Wie weiter mit der Energiewende?

Shownotes

Prof. Dr.-Ing. Jens Schneider forscht und lehrt an der HTWK Leipzig zu vernetzten Energiesystemen. Im Gespräch erklärt er, warum der klassische Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit aus seiner Sicht aufgelöst ist: Wind- und Solarenergie sind mittlerweile die günstigsten Technologien – wer Kosten senkt, schützt automatisch die Umwelt.

Schneider übt deutliche Kritik am schleppenden Smart-Meter-Rollout in Deutschland und zieht Vergleiche zu Österreich, wo digitale Messsysteme längst Standard sind. Er erläutert, warum Flexibilität und Intelligenz im Energiesystem die zentralen Stellschrauben für sinkende Preise sind, welches Potenzial Batteriespeicher – insbesondere Natrium-Ionen-Technologie – und die Elektromobilität als "rollende Speicher" bieten, und wie Sektorkopplung über Wärmepumpen, E-Mobilität und Elektrolyse gelingen kann.

Auch der Gebäudesektor kommt zur Sprache: kommunale Wärmeplanung, die Kostentransparenz bei Fernwärme und die intelligente Steuerung von Wärmepumpen.

Zum Abschluss spricht Schneider über die besonderen Chancen Ostdeutschlands als Vorreiterregion bei erneuerbaren Energien – und wie die Energiewende dem ländlichen Raum neue Perspektiven und Arbeitsplätze bringen kann.

Außerdem: ein Ausblick auf das 15. Ostdeutsche Energieforum (30.9.–1.10.2026, Leipzig), bei dem Schneider mit Prof. Hurtado (TU Dresden) über Wasserstoff, Kernenergie und vernetzte Energiesysteme diskutiert.

Key Takeaways

• Wind- und Solarenergie sind die günstigsten Energieträger – Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz stehen nicht mehr im Widerspruch • Deutschland hat beim Smart-Meter-Rollout seit 2007 kaum ein Viertel der Messgeräte digitalisiert – deutlich hinter Österreich, Italien, Frankreich, Schweden • Batteriespeicher, insbesondere Natrium-Ionen-Technologie, gelten als "Gamechanger" • Rund 40–50 Mio. PKW könnten bei intelligenter Ladesteuerung ca. 2 TWh Speicherkapazität bereitstellen • Fernwärme braucht mehr Kostentransparenz, Wärmepumpen mehr intelligente Steuerung • Ostdeutschland hat als Vorreiterregion bei erneuerbaren Energien besondere Standortchancen – auch für den ländlichen Raum

Links:

HTWK Leipzig, Lehrstuhl Vernetzte Energiesysteme (https://fing.htwk-leipzig.de/fakultaet/professuren/prof-jens-schneider))

  1. Ostdeutsches Energieforum, 30.9.–1.10.2026, Leipzig (https://ostdeutsches-energieforum.de))

Transkript anzeigen

00:00:02: Wirtschaft im Osten – der Podcast zur Lage in Ostdeutschland.

00:00:11: Die Energiewende für die einen ein gescheitertes Projekt, für die anderen ein Projekt mit großen wirtschaftlichen Chancen.

00:00:19: Der klassische Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz, der sei nun endlich aufgebrochen.

00:00:27: Wer heute günstige Energie wolle, der landeautomatisch bei Wind und Sonne die mittlerweile die kostengünstigsten Technologien überhaupt sein.

00:00:37: Und wenn wir die Energiekosten senken wollen, dann schützen wir automatisch auch die Umwelt – weil das ja die gleichen Technologen sind, die wir dafür benötigen!

00:00:48: So sieht das Prof.

00:00:49: Dr.

00:00:50: Jens Schneider, Energieexperte an der HTWK, der Hochschule für Technikwirtschaft und Kultur in Leipzig.

00:01:02: Die Geschwindigkeit, mit der wir uns von fossilen Energieträgern los sagen, die müssten wir allerdings noch weiter erhöhen.

00:01:10: Darüber habe ich mit ihm ausführlich gesprochen und auch über das Fünfzehnte Ostdeutscher Energieforum – dass in wenigen Wochen Ende September in Leipzig stattfindet und auf dem Professor Schneider selbst mitdiskutiert.

00:01:30: Herzlich willkommen Herr Prof.

00:01:31: Schneiderschön!

00:01:32: Dass Sie hier bei Wirtschaft im Osten Mitmachen, das freut mich sehr.

00:01:37: Und wir sprechen ja heute über ein Thema oder viele Themen die uns alle umtreiben.

00:01:44: Energiewende ist vielleicht das große Schlagwort dazu aber natürlich geht es um die Frage der Energieversorgung, der Energiesicherheit und auch der Bezahlbarkeit Und gerade in dieser Zeit, die wir im Moment erleben und auch international beobachten.

00:02:00: Auch durch die kriegerischen Aktivitäten gibt es verschiedene Bedrohungslagen.

00:02:06: Klima ist natürlich eine große Herausforderung.

00:02:11: Die Frage wie geht das weiter mit der Energieversorgung?

00:02:14: Wie geht es weiter mit den Energiewende?

00:02:16: Das ist kein einfaches Unterfangen.

00:02:19: Das hat alles schon ein Jahrzehntelang vorläuft.

00:02:22: deswegen interessiert mich Wie Sie, welche Perspektive, welchen Blick Sie im Moment auf die Energiewende haben.

00:02:30: Wo stehen wir nach Ihrer Einschätzung da im Moment in Europa?

00:02:35: Vor allen Dingen hier bei uns im Land – in Deutschland.

00:02:38: Ja hallo Herr Bringschulter!

00:02:39: Vielen Dank für die Einladung dass ich hier bei Ihnen sein darf.

00:02:45: Die Energiewenden sind super spannendes Thema und wir haben viel vor uns.

00:02:49: Wir haben auch schon viel hinter uns.

00:02:52: Für mich ist vielleicht die Energiewende an sich hauptsächlich das Thema, wie kommen wir weg von fossilen Energieträgern?

00:03:01: Wir müssen aufhören.

00:03:03: Aufgrund des Klimaschutzes müssen wir aufhören, Kohlenwasserstoffbindungen und Kohlenstoff-Sauerstoffbindung zu verandeln.

00:03:10: Das bedeutet, wir dürfen keine fossilen Energieträger mehr verbrennen.

00:03:14: Und dafür haben wir uns Ziele gegeben Und es ist uns gelungen, seit den... Seit dem Jahr und neunzehnundneinzig unsere CO²-Emissionen knapp fast zu halbieren.

00:03:23: Bis zwanzigfünfundzwanzig in Deutschland.

00:03:28: Wir haben uns aber vorgenommen bis zwanzichdreißig noch weitere fünfzehn Prozent zu reduzieren auf fünfundsechzig Prozent.

00:03:35: Das bedeutet, dass wir aktuell die Geschwindigkeit mit der wir uns von diesen fossilen Energieträger los sagen, noch weiter erhöhen müssen.

00:03:45: Das heißt wir haben schon viel hinter uns aber es liegt auch noch einiges vor uns und wir müssen weiter unsere Anstrengung intensivieren um weniger fossile Energietrager zu nutzen.

00:03:56: Was würden Sie sagen was muss auf dem Weg?

00:03:59: Auf den wir ja schon sehr anders angedeutet einige Jahre unterwegs sind.

00:04:03: Was muss jetzt passieren?

00:04:04: wo muss Geschwindigkeit nachgelegt werden?

00:04:07: Wo müssen wir schneller werden?

00:04:11: Für mich ist tatsächlich so, dass ich festgestellt habe.

00:04:13: Also wenn man sich die nackten Zahlen anguckt wie viel schneller wir werden müssen denkt mal das können wir gar nicht schaffen.

00:04:18: aber Ich habe im Ende letzten Jahres für mich festgestellt Wir sind eigentlich in einer super komfortablen Situation Weil wir jetzt an dem Punkt sind wo der Widerspruch zwischen den wirtschaftlichsten und den umweltvertraglichsten Technologien aufgebrochen ist weil heute es ist so Dass Wenn wir die Energiekosten senken wollen schützen wir automatisch auch mit die Umwelt.

00:04:43: Weil das die gleichen Technologien sind, die wir dafür benötigen.

00:04:46: ganz vorne dran Wind und Solarenergie aber auch ein Schlepptau dazu einige andere Und das ist eine ganz positive Situation und deswegen habe ich mir persönlich auch vorgenommen Das ist jetzt schon wieder ne Weile her Aber meine Neujahrsvorsätze waren dieses Jahr dass sich dieses Jahr nur positiv über die Energiewende reden möchte, weil die Chancen gerade so riesig sind.

00:05:06: Wir können also die Kosten senken und die Umwelt gleichzeitig schützen und das ist ein ganz privilegierter Zeitpunkt und wir haben ganz viel Potenzial für innovative Ideen und Lösungen und deswegen denke ich ist der aktuelle Punkt so dass wir mit positiver Energie im besten Sinne auch sonst gelingen kann, eine weitere Beschleunigung der Reduktion der CO-Mission zu erreichen.

00:05:30: Weil es auf das wirtschaftliche Gebot ist!

00:05:33: Positiv finde ich.

00:05:34: ein tolles Stichwort, da erfährt man sehr viel Widerspruch nicht nur bei den Leuten.

00:05:43: Bei den Verbrauchern auch in der Politik immer wieder.

00:05:47: Da gibt es Politiker die sagen die Energiewende ist gescheitert.

00:05:51: viele Verbraucher auch aus dem Unternehmensbereich kommen wir gleich noch drauf.

00:05:55: er sagen das alles viel zu teuer.

00:05:59: Wir haben Erneuerbare, die mittlerweile rund sechzig Prozent am Stromverbrauch haben.

00:06:08: Nach neuren Studien auch von Fraunhofer, die sie alle viel besser kennen als ich sind die erneuerbaren im Vergleich zu anderen Energieträgern sehr viel günstiger.

00:06:19: Auch zur Kernenergie ohnehin das Thema müssen wir glaube ich gar nicht beleuchten.

00:06:26: Aber was kommt am Ende bei den Verbrauchern, gerade auch bei den Unternehmen?

00:06:29: Gerade in dieser wirtschaftlichen Lage an.

00:06:34: Ja das ist alles so richtig.

00:06:39: die erneuerbaren Energien insbesondere Wind und Solar sind eben die günstigsten Energieträger geworden.

00:06:43: aber sie sind eben zur Zeiten zur Verfügung wo wir sie nicht zwingend brauchen.

00:06:49: die Energie und dass es sicherlich eine große Herausforderung damit entstehen aus Systemkosten Das ist auch eine riesige Chance, weil wir müssen jetzt eben... und das sehen wir auch in den Energiemärkten.

00:07:02: Wir müssen unterscheiden zwischen Zeiten wo wir viel Energie zur Verfügung haben und diese günstigste ist und wo wir wenig Energie zur verfügung haben und die es teuer ist.

00:07:11: Und das bedeutet dass wir, dass dieses neue Schlagwort die Flexibilität ist und wir brauchen Wir müssen diese flexibilität für uns richtig nutzen können und davon möglichst viel nutzen.

00:07:23: Und dazu gibt es eben verschiedenste Ansätze.

00:07:27: und das Schlagwort, dass wir generell brauchen für die Nutzung der Flexibilität ist Intelligenz.

00:07:35: Wir müssen also intelligente Lösungen entwickeln und innovative Lösungen entwickeln Wie es uns eben gelingen kann zu verstehen, wann kommen diese Zeitpunkte wo ich viel Energie günstig zur Verfügung habe und wann kommen die Zeitpunkten wo ich wenig Energie zur Verfügung haben.

00:07:52: Und dann müssen wir es schaffen dass wir unsere Verbräuche wie auch immer in die Zeiten legen wo wir günstige Energie haben.

00:08:01: Dazu benötigen wir... Das ist leider so ein bisschen eine Sache.

00:08:06: Wo wir noch Hausaufgaben zu erledigen haben, benötigen wir erst mal überhaupt die Messtechnik zu verstehen.

00:08:12: Wann wir wie viel Energie verbrauchen?

00:08:14: Wir brauchen die Digitalisierung in der Energiewende und da gibt es das böse Schlagwort Smart Meter Rollout oder die Installation von intelligenten Messsystemen, die in Deutschland tatsächlich sträflich langsam ist gerade im Vergleich zur Nachbarländern.

00:08:30: Ich habe das auch tatsächlich mal erlebt, dass ich auf einer Veranstaltung mich mit einer jungen Kollegin aus Österreich unterhalten hatte.

00:08:37: Die mich die ganze Zeit in einem fragenden Gesicht angeschaut hat, sie auch nicht verstanden hatte über was wir ja im Workshop diskutiert hatten bis dann auf einmal ihre Gesichtszüge komplett auseinander geflogen sind weil sie verstanden hat, dass wir keine Smart Mieter haben, was in Österreich schon die Kollegin war junger also seit sie quasi sich mit dem Energiethema beschäftigt schon vollkommen abgeschlossen war seit zehn Jahren und das ist fast schon peinlich.

00:09:04: Und dass es zwingend nötig um Innovationen heben zu können, um intelligente smarte Lösungen zu haben und um die Energiewende vorantreiben zu können.

00:09:13: Da müssen wir unbedingt ran und das müssen wir uns zur positiven Aufgabe machen.

00:09:17: Die Unternehmen, die Netzbetreiber sind ja auch hinterher, dass sie solche intelligenten Messsysteme installieren.

00:09:23: aber da müssten wir noch mehr Geschwindigkeit bekommen dass es uns gelingen muss, diese Dynamik noch mehr zu aktivieren.

00:09:33: Es ist leider gerade so das in meiner Wahrnehmung die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die Netzbetreiber entschieden haben gewisse Ziele weil man nicht so schnell ist weiter nach hinten zu schieben vielleicht erst ab dem Jahr zwanzig treißig anzugehen.

00:09:49: stichwort dynamische netz entgelte und Das finde ich sehr traurig und sehr wenig ambitioniert weil ich denke dass damit auch ein Her geht, dass die Kosten erst dann sinken werden.

00:10:02: Wenn wir unsere Hausaufgaben gemacht haben.

00:10:05: das hat ja auch die Bundeswirtschaftsministerin gesagt, dass sie erst mit einer Kostenreduktion in den dreißiger Jahren rechnet.

00:10:10: Das liegt aber nicht an der Energiewende an sich sondern weil wir zu langsam sind mit der Digitalisierung und das ist natürlich eine riskante Wette zu sagen Wir warten mal noch fünf Jahre bis für die Energiepreise singe.

00:10:23: ich glaube schwierige Folgen für Wohlstand und für Freiheit in diesem Land haben, wo man sich vielleicht noch mal überlegen sollte ob man da nicht schneller sein

00:10:33: kann.

00:10:34: Ja ja das ist diese Einlassung haben wir alle zur Kenntnis genommen vor kurzem dass Frau Reiche gesagt hat Mitte der Dreißiger oder Anfang Mitte der dreißiger rechnet sie mit Preisreduktion.

00:10:47: Das ist natürlich für die Wirtschaft verheerend, aber auch für private Verbraucher keine Frage.

00:10:55: Wir haben in Sachen Digitalisierung ein Steuerungsproblem und sind da nicht schnell genug?

00:11:03: Wo Sie sozusagen das benachbarte Ausland jetzt angesprochen haben – was machen die Länder besser?

00:11:10: Blick nach Österreich... oder woanders, da sind sie besser unterwegs.

00:11:16: Wo können wir dann noch lernen?

00:11:18: Oder wissen wir eigentlich alles und sind wie in anderen Politikbereichen auch einfach in der Umsetzung zu langsam?

00:11:26: Das was ich wahrnehme, was so die Ursachen davon sind, warum das Smart-Meter-Rollout in Deutschland so kläglich ist hat viele verschiedene Aspekte und man kann auch nicht wahrscheinlich einzelne Personen an denen festmachen, warum es nicht so richtig... funktioniert, aber ich glaube es waren auch unglückliche Kombinationen und zeitliche Abläufe davon.

00:11:49: Dass man eben gesagt hat ja jetzt wir wollen das aber als zertifiziertes Instrument haben und kalibriertes Instrament und dann wurden nochmal Datensicherheitsaspekte in vordergrund geschoben die noch mal das verhindert haben dass man neu ansetzen konnte und man musste nochmal alles wieder von vorne aufwollen.

00:12:07: Und im Prinzip glaube ich haben wir auch ein bisschen an zu übertriebenen deutschen Over-Engineering dargelitten.

00:12:15: Also ich glaube, dass da nicht alleine eine Politik dran schuld ist, sondern ich glaube es gab auch andere Positionen wo wir leider versucht haben einen eigenen Weg zu gehen und nicht einfach das getan haben was alle anderen Länder in Europa tun, sei es jetzt in Italien Frankreich Österreich Schweden die überall das geschafft haben schon seit zehn Jahren, so ein Smart-Media-Rollout vollständig durchzuführen.

00:12:39: In der EU gab es, glaube ich, die Vorgabe, dass das erfolgen soll und wir sind jetzt hier in den Jahr zwanzig sechsundzwanzig und haben immer noch nicht mal einen Viertel der Messgeräte digital.

00:12:49: Das ist schon echt traurig und da muss man dringend dran, dass man eine Lösung findet.

00:12:54: Und in anderen Ländern hat man eben weniger auf Perfektionismus gesetzt sondern hat einfach einmal gemacht wenn ich das zu sagen darf und dann eben Lösungen entwickelt, hat tolle Effekte.

00:13:05: Und wenn ich mir das angucke gerade nach Österreich, dort gibt es Energiegemeinschaften die aus dem Mieterstromthema kommen, die lokal eben Energie austauschen, die regionale Energie austauschen und da verschiedene Mechanismen geschafft haben.

00:13:19: Wenn ich das richtig verstehe so erfolgreich dass man das Mieterstromodell war so gut, dass man auch auf andere Region mit ausgerollt hat.

00:13:28: Das hat eben sehr positive Effekte dann auch auf das Energiesystem.

00:13:32: Und die Innovation im Land und die Stimmung dazu, man nimmt die Leute mit.

00:13:37: Ich glaube da muss man unbedingt hin.

00:13:39: Aus meiner Sicht ist eigentlich die Energiewende gerade eine sehr positive Erzählung.

00:13:44: Da müssen wir die Kurve dazukriegen und das viel besser erzählen.

00:13:49: Und ich glaube solche Sachen wie die Energievende sei gescheitert.

00:13:54: was Herr Gretschmer gesagt hat finde Einen sehr eigenartigen Satz, weiß ich auch nicht was das genau bedeutet.

00:14:02: Im internationalen Vergleich ist es ja so dass wir in allen Ländern sehen, dass unglaublich viele erneuerbare Energien installiert werden.

00:14:10: Die Solarenergie ist bei der neu installierten Leistung mittlerweile mit Abstand die größte Technologie.

00:14:16: Wind und Solar sind ganz weit vorne.

00:14:18: Über neunzig Prozent aller neu installierte Kraftwerksleistungen in der Welt sind erneuherbarer Energien Und der ganzen welt.

00:14:25: also Wir sind ja nicht alleine und das ist natürlich nicht gescheitert, sondern es geht hervorragend voran.

00:14:31: Es gibt nur in Deutschland offensichtlich Leute die immer sehr skeptisch sind und jammern wollen und bremsen wollen und das geht leider nicht im ausreichenden Maße voran.

00:14:43: aber ich hoffe wir kriegen da die Kurve.

00:14:48: Wo Sie den sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmar ansprechen?

00:14:52: Der hat sich jetzt im Vorfeld des Ostdeutschen Energieforums auf das wir ja auch nachher noch mal kommen, geäußert.

00:15:01: Und seinen kritischen Blick jedenfalls habe ich seine Äußerungen so verstanden im Grunde nochmal verstärkt oder wiederholt.

00:15:10: und der hat in der Tat, Sie haben es gesagt davon gesprochen schon seit längerem dass die Energiewende gescheitert sei.

00:15:18: und jetzt hat er nochmals aktuell gesagt Im Rahmen der auch internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands müsste man doch viel stärker auf Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit schauen.

00:15:33: Auch Klimaschutz sei natürlich wichtig, aber die Wettbewerbsfähigkeit stünde doch im Vordergrund.

00:15:40: Nun will ich mich nicht bei Kretschmer aufhalten, aber diese Position vertritt er ja nicht allein.

00:15:47: Und da frage ich mich immer – das knüpft ein bisschen an was Sie eingangs beschrieben haben – dass gerade die Erneuerbaren auch dadurch, dass sie so günstiger geworden sind in den letzten Jahren eigentlich das Maß der Dinge sind.

00:16:01: jetzt bei der Energiewende

00:16:03: oder?

00:16:04: So wie Sie das gesagt haben.

00:16:05: Das war ja auch mein Eingangsstatement, was ich der Meinung bin, dass wir in einer sehr positiven Zeit für die Energiewente leben weil dieser Widerspruch nicht mehr besteht.

00:16:14: von mir aus kann man ja denken, dass Klimaschutz nicht so wichtig ist, was ein bisschen schwierig ist wenn man gerade raus schaut aber aufgrund der Hitzewellen.

00:16:26: Ich glaube, dass das ja gar nichts anderes bedeutet.

00:16:29: Dann schauen wir eben auf die Wirtschaftlichkeit und kommen bei der Wirtschaftlichkeit auf die gleichen Technologien wie wir beim Umweltschutz kommen.

00:16:37: Also ich bin da auch gerne bereit, dass man mir darüber reden kann aber ich wüsste nicht mit welcher anderen Technologie wird die Energieversorgung günstiger machen?

00:16:49: Das funktioniert nur mit Wind und mehr Wind und Solar in einer besseren Systemintegration.

00:16:54: Wenn wir auf Gaskraftwerke setzen, das ist schon traditionell immer eine der günstigsten oder der teuersten Technologien für die Strombereitstellung.

00:17:03: Mit Kohlekraftwerken, Braunkohle, Steinkohle insbesondere im Anbetracht der europäischen CO-Zertifikate ist es auch überhaupt keine günstige Energieversorgung oder Atomkraftwerke.

00:17:14: Wir wollten ja nicht darüber reden aber Atomkraftwerke sind in keinem Szenario, das es gibt günstig und deswegen abgesehen davon dass sie natürlich ewig brauchen würden bis überhaupt eine Rolle spielen.

00:17:26: Und Sie sind noch nicht mal resilient wenn man sich jetzt die Wasserknappheit in den Flüssen anschaut und die Folge ist das Kernkraftwerk geabgeschaltet werden?

00:17:35: Genau!

00:17:35: Das heißt der Weg nach vorne ist so viel wie möglich Wind und Solar, möglichst viele Speicher Möglichst viel Intelligenz, das ist besonders wichtig im System.

00:17:45: Wir brauchen viel Sektorkopplung und wir brauchen die Möglichkeit flexible Nachfragen zu heben in allen Sektoren – im Strombereich, im Wärmebereich oder im Mobilitätsbereich in der Industrie.

00:17:57: Wir müssen da Koppelungen schaffen mit Wärmepumpen, Elektromobilität, Elektrolyse und Wasserstoff.

00:18:03: Und dann die Speicher an den verschiedenen Sektionen nutzen.

00:18:06: Es ist ein total spannendes neues Energiesystem, das dahin steht mit vielen tollen Herausforderungen die ich auch immer sehr gerne mit meinen Studierenden beschäftige, bespreche.

00:18:15: Und man sieht dort die Begeisterung dafür wie spannend es ist Lösungen zu entwickeln und das ist eigentlich gerade eine sehr positive Geschichte.

00:18:23: Es überhaupt nicht gescheitert!

00:18:25: Und es gibt kein Widerspruch mehr.

00:18:27: Das war eben auch mein Eingangsstatement.

00:18:30: Wer günstige Energie möchte schützt automatisch die Umwelt.

00:18:34: Man muss kann nicht die Umwelt schützen wollen nur günstig energie.

00:18:38: gerne um auf den Ministerpräsidenten nochmal zurückkommen.

00:18:41: Gerne kann er konkrete Vorschläge machen, wie er die Energieversorgung günstiger machen möchte und er wird feststellen, er schützt dabei aus Versehen die Umwelt.

00:18:52: Auf die vernetzten Energiesysteme, auf Sektorenkoppelung oder so war sie da der Expertise und kommen wir gleich noch mal darauf zurück aber ich muss ihn noch gewinnen.

00:19:03: nochmal für die Frage Der Anteil der Erneuerbaren steigt.

00:19:09: Gute Entwicklung haben Sie beschrieben, haben wir jetzt schon besprochen.

00:19:12: Gleichwohl merken die Verbraucher das noch nicht am Preis oder jedenfalls nicht in ausreichendem Maße auch wenn man sich anguckt wieder neuerlich mir fällt das Wort Beschwerde ein aber es ist ein Hinweis auf jeden Fall gewesen durch die aktuelle Umfrage der deutschen Industrie- und Handelskammern.

00:19:38: Die sagen, die Wettbewerbsfähigkeit leidet gerade auch wegen der hohen Energiepreise enorm.

00:19:46: Das heißt was ist Ihre Einschätzung?

00:19:49: Wann wird die Energie oder wann wird der Strom wirklich billiger?

00:19:56: Ja also...die hohen Energiepreise.

00:20:02: Wir haben ja auch verschiedene Ursachen dann.

00:20:06: Das eine ist, dass sich die Preise zusammensetzen aus den Erzeugungskosten, aus dem Systemkosten und aus Steuern oder Abgaben.

00:20:14: Bei Steueren und Abgaben finde ich es immer so ein bisschen linke Tasche, rechte Tasche.

00:20:17: Thema Wenn der Staat die eine Steuer senken würde muss er an der anderen Stelle die Einnahmen wieder erhöhen.

00:20:24: Da würde ich mich vielleicht gar nicht so sehr damit auseinandersetzen.

00:20:26: Aber wir haben die beiden eher technischen Bereiche übrig bleiben die Kosten für die Energieerzeugung und da sind eben die erneuerbaren Energien besonders günstig.

00:20:37: Und immer dann, wenn wir Wind- und Solarenergie zur Verfügung haben, haben wir die Möglichkeit, günstige elektrische Energie zur Verfügung zu stellen, die wir dann zum Beispiel auch in anderen Sektoren nutzen können.

00:20:48: Und dann haben wir das Problem dass zu den Zeiten wo wir keinen Wind und Solar haben, dann müssen eben Gaskraftwerke laufen oder Kohlekraftwerke und das wird dann zu einem sehr teuren Strom.

00:20:59: Das heißt, wir müssen die Zeiten mit Wind und Solar immer mehr Zeit haben, wo wir nur Wind- und Solarenergie benötigen.

00:21:07: Da sind wir auf einem Weg und das müssen wir weiter intensivieren.

00:21:10: Das führt aber auch automatisch dazu dass wir Zeiten haben sehr großen Überschuss an Wind und Solar.

00:21:17: Im Prinzip müssen wir es dann abregeln.

00:21:19: Und das verursacht Kosten im Gesamtsystem.

00:21:22: Hier brauchen wir eben solche flexiblen Lösungen in der Lage sind diese Energie zu verwenden und aufzunehmen.

00:21:32: Das variabelste Mittel wären elektrische Energiespeicher, seines Pumpspeicherkraftwerkes oder eben auch Batteriespeicher die tatsächlich glaube ich noch eine rasante Entwicklung schon hinter sich haben und noch weiter vor sich haben.

00:21:45: Und die andere Möglichkeit wäre in anderen Sektoren das zu speichern.

00:21:50: und das hilft uns dann die Kosten zu senken.

00:21:54: und wir werden glaube ich perspektivisch über die Hälfte des Jahres quasi, die gesamte Energieversorgung mit Wind und Solar decken.

00:22:02: Und dann eben zu der anderen Hälfe des Jahres aus Speichern leben oder eben aus anderen Energiequellen wie Biogas eine Energieversorgerung haben.

00:22:13: Der andere Aspekt ist ja das System.

00:22:15: Da wird ja auch viel darüber diskutiert.

00:22:17: da glaube ich eben dass wir viel auf Intelligenz bauen müssen.

00:22:22: Es war traditionell immer so, dass es hieß die Verteilnetze oder die Netze sind der beste Weg in Ausgleich zu schaffen zwischen Regionen mit viel Erzeugung und wenig Erzeugungen.

00:22:34: Und sie schaffen einen regionalen Ausgreich.

00:22:36: ich glaube aber das solche Speicher auch immer mehr genutzt werden sollten um ein zeitlichen Ausgleicht zu schaffen und die Intelligenz einfach auch mehr an die Verbräuche zu verschieben eine Lastverschiebung zu erreichen.

00:22:49: Und wenn wir das intelligent schaffen, dann werden auch die gesamten Energiekosten sinken.

00:22:56: Danke dass Sie den Zusammenhang noch mal so detailliert dargestellt haben.

00:23:01: Das ist ja immer gut sich das nochmal neu zu vergegenwärtigen.

00:23:06: Speicher als als Mittler sozusagen für einen Überschuss an Erneuerbaren und aber auch gleichzeitig dann für den Einsatz der Energie.

00:23:22: Ich habe in Vorbereitung dieses Gespräches nochmal nachgelesen, dass wir aktuell offenbar eine Speicherkapazität und aber im Bau befindliche Speicher von rund zwei Gigawatt offenbar haben, wenn ich es richtig nachgelesen habe.

00:23:41: Und aber sozusagen als Backup-Gaskraftwerke

00:23:47: bzw.,

00:23:48: das sind ja jetzt Kapazitäten ausgeschrieben, wobei ich mich dann frage, wenn die wasserstofffähig sein sollen?

00:23:55: Dann müssen das ja in der Regel wohl Gaskraftwerke sein, aber sind wohl auch Speicher mit eingeplant.

00:24:06: Das heißt Was können wir im Bereich Speicher tun, um dort noch mehr Kapazitäten aufzubauen und dann die überschüssige Energie intelligenter zu nutzen?

00:24:26: Ich glaube, dass die Zahl mit den zwei Gigawatt für Batteriespeiche würde ich erwarten.

00:24:30: Dass es ein bisschen klein ist.

00:24:31: Ich weiß nicht ob das wirklich gerade live in Bau ist oder so.

00:24:34: Es gab vor einigen Jahren auch schon Schlagzeilen dazu, dass mehrere hundert Gigawatts beantragt sind.

00:24:42: Allerdings ist beantragten im Baul durch aus eine sehr unterschiedliche Sache.

00:24:45: Wahrscheinlich wird es daher Ich denke, Batteriespeicher haben riesengroßes Protein und ich glaube auch dass sich der technologisch noch viel

00:24:51: tut.

00:24:52: Persönlich finde ich die Natriumion-Batteriespeiche total spannend.

00:24:56: und dieses Lithium durch Natrium ersetzen also im Prinzip ein Element das aus dem Salz kommt das sehr gut verfügbar ist.

00:25:06: Das könnte nochmal eine ganz starke Kostenreduktion bringen und noch mal ein großer Gamechanger sein, aber ansonsten ist es so dass wir in Deutschland auch da eigentlich einen Riesenpotential hätten als Autoland wenn wir eben die Elektromobilität als disruptive Innovation im Mobilitätsbereich ernst nehmen und uns darauf setzen, wenn man überschlagsmäßig sich das anschaut.

00:25:26: Wenn wir gut fast fünfzig Millionen PKB in Deutschland haben, wenn die im Schnitt fünfzig Kilowattstunden... Speicherkapazität haben, dann haben die zwei Terawattstunden an Energiespeicherkapazität.

00:25:40: Das sind riesige Kapazitäten.

00:25:42: wenn wir das heben würden und schon allein die Elektroautoladevorgänge intelligent gestalten was ja auch tatsächlich in Planung ist Dann kann es uns gelingen Gerade im tageszeitlichen Austausch, große Energiemengen zum Beispiel vom Tag in die Nacht zu verschieben und dafür zu sorgen dass auch wenn die Sonne nicht scheint wir weiter unseren Solarstrom von tagsüber zum Beispiel aus unseren Autos nutzen können.

00:26:06: Da gibt es wie gesagt ganz viel Innovationspotenzial und ganz viel Potenzial für intelligente Lösungen und ich glaube es würde Deutschland sehr gut zur Gesicht stehen diese Herausforderung und Chancen positiv anzugehen

00:26:20: Und der Verkehrsbereich hat ohnehin Nachholbedarf, auch einen größeren Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten.

00:26:31: Also insofern wäre das sicherlich auch der richtige Ansatz.

00:26:36: Es setzt aber voraus – das will ich weil sie sich als Technikexperte sind noch mal Fragen setzt, aber auch mehr Digitalisierung.

00:26:47: Mehr Steuerungskapazität und mehr Wissen schlichtweg um Daten voraus oder?

00:26:51: In jedem Fall!

00:26:52: Also man muss ja zum Einen um die Entscheidung treffen zu können was ist denn jetzt richtig was denn jetzt falsch?

00:26:58: muss ich das erstmal auch wissen.

00:27:01: wo muss die Information bekommen was es richtige Verhalten ist?

00:27:05: Das können zum Beispiel Marktanreize sein Und dann mußt es auch jemand mit Dokumentiere, was ich denn gemacht habe in meinen Verhalten.

00:27:12: Also muss eben auch digital messen können zeitlich aufgelöst messen kann und dann ist es noch so dass sich Intelligenz brauche.

00:27:19: die Intelligenze besteht daraus das ich mir ja im Vorheim überlegen muss Wann erwarte ich denn, dass die Energie günstig ist oder nicht?

00:27:27: Sollte ich den jetzt schon laden oder warte ich noch zwei Stunden weil der Strom dann günstiger ist.

00:27:32: Oder gebe ich Energie jetzt lieber ab oder eben erst etwas später Weil der Strompreis dann weiter gestiegen ist?

00:27:39: also ich brauche eine sehr gute Kenntnis Der Marktentwicklung und da gibt es sehr viele Prognosen dazu.

00:27:46: das funktioniert auch sehr gut so hier hin da besetzen wir uns auch miteinander.

00:27:49: Und wie gesagt ganz viel Potenzial für intelligente Lösungen und macht sehr viel Spaß.

00:27:54: Wir sind jetzt eigentlich unmittelbar an der Frage Sektorenkoppelung.

00:27:57: Geben Sie uns doch noch mal einen Eindruck, welches Potenzial das hat?

00:28:03: Wohin der Weg gehen wird und was auch schon auf dem Weg ist.

00:28:10: Im Prinzip kennen wir alle diese Technologien als Ingenieur.

00:28:15: Es ist eben so dass wir uns mit den besten Technologieren auseinandersetzen und diese Technologien eben auch kennen.

00:28:23: Und wir haben eben einmal den Elektrizitätssektor, in dem es uns gelingt mit Wind- und Solarenergie kostengünstig und umweltfreundliche Energie, elektrische Energie zur Verfügung zu stellen.

00:28:33: Diese elektrischen Energie ist sehr gut nutzbar, auch in anderen Sektoren wie die Wärmesektor, der Mobilitätsektor oder das Industriesektor für Industrieprozesse.

00:28:44: Da ist es so, dass neben den Speichern Spezielle einzelne Technologien sich sehr in den Vordergrund gedrängt haben, weil sie die besten Lösungen sind.

00:28:53: Für die Wärmebereitstellung aus der Unterstützung von elektrischen Energie ist eben die Währmepumpe ein ganz überlegender Technologie, weil Sie zusätzlich Umweltwärme nutzt und diese dann sowohl die elektrische als auch die Umweltwerte als Nutzwärmen zur Verfügung stellen kann.

00:29:10: Wir haben die elektrische Mobilität Mit den entsprechenden Batterien, die in der Lage ist.

00:29:16: Die ohnehin gespeicherte Energie mitführen muss und die meiste Zeit aber steht.

00:29:20: also es ist ein mobiler Speicher Der neunzig Prozent der zeit am energiemarkt auch aktiv sein kann um zehn prozent der zeit bewegt wird Und da also quasi zwei unterschiedliche modi hat.

00:29:32: und die elektromobilität ist glaube ich ganz unabhängig von klimaschutz eben einfach eine disruptive Innovation.

00:29:39: Das ist eine Technologie, die günstiger sein wird als eine Verbrennertechnologie weil sie einfacher herzustellen ist viel weniger Arbeitsaufwand auch nötig umhergestellt zu werden.

00:29:53: damit wird sie günstige sein.

00:29:54: es werden aber leider auch weniger Leute benötigt um diese Fahrzeuge herzustellt.

00:29:58: das gehört auch zur Ehrlichkeit dazu.

00:30:01: Aber sie ist zum Beispiel auch viel leiser Sie beschleunigt viel besser Es entstehen keine lokalen Emission und wenn man eben intelligent in der Neuerbahn strom nutzt auch sehr viel weniger Emission insgesamt.

00:30:14: Und deswegen auch eine Technologie, die sich auf jeden Fall durchsetzen wird.

00:30:17: In der Industrie ist etwas vereinfacht gesagt sind Elektrolyseprozesse wie zum Beispiel das bekannteste für die Wasserstoffherstellung sind auf jeden fall Technologien, die viele Sachen elektrifizieren werden und da ganz viel Innovationspotenzial in der Industie liefern.

00:30:35: Diese drei großen Technologien, Wärmepumpe, Elektromobilität und Elektrolyse müssen intelligent ins gesamte Energiesystem eingebettet werden.

00:30:44: Und da gibt es unglaublich viele Chancen.

00:30:47: Über einen wichtigen Bereich haben Sie jetzt und haben wir gesprochen, Verkehrsbereich?

00:30:52: Wir sollten nochmal einen Blick werfen... auf dem Gebäudebestand und auf den Gebäudesektor, der ja ähnlich wie der Verkehr auch Nachholbedarf hat ein Klimabeitrag zu leisten.

00:31:05: Stichwort Gebäudesanierung.

00:31:08: mehr Effizienz, mehr klimagerechte Ausstattung da.

00:31:16: Das ist nach meiner Wahrnehmung eine besondere Herausforderung, weil da natürlich auch Kosten entstehen die am Ende auch gesellschaftlich gerecht verteilt werden müssen.

00:31:31: Welchen Blick haben Sie da?

00:31:32: Potenzial von Energieeinsparungen ist riesig aber das kostet je nach Gebäude jedenfalls im Bestand viel Geld.

00:31:42: Mir schon einige Jahre zurückliegende Studie des Umweltbundesamtes in Erinnerung, die mal ausgerechnet haben.

00:31:52: Sie wollten das dann öffentlich nicht so gerne machen.

00:31:56: Es war aber öffentlich zugänglich und wir haben sich auch damals dazu geäußert von rund einer Billion, die man mindestens in die Hand nehmen muss.

00:32:07: in Deutschland Und das ist ja am Ende, wird das sozusagen Vermieter und Mietertreffen.

00:32:17: Aber der Beitrag könnte enorm sein?

00:32:20: Welchen Blick haben Sie?

00:32:23: Das ist natürlich ein riesengroßes Thema!

00:32:25: Ich denke dass der Ansatz mit den kommunalen Wärmeplanungen schon ein sehr wertvoller ist.

00:32:32: Es ist sehr viel Aufwand investiert worden und ich glaube diesen Weg kann man durchaus weitergehen, es gibt natürlich viel Kritik aus allen Richtungen den jeweiligen Lösungen weil alle immer noch andere Ideen haben.

00:32:43: aber es gibt auch in diesem Prozess ja die Möglichkeit das ständig nachzuschärfen und auch die Absichtes zu tun und deswegen glaube ich sollte man diesen Prozess eine Chance geben.

00:32:52: wenn man in viele Regionen guckt zum Beispiel hier zu uns nach Leipzig sieht man, dass die Fernwärme und die Wärmepumpe die zwei großen Technologien sind.

00:33:03: Die für die Wermeversorgung entscheidend sind neben der Sanierung eben von den Gebäuden auch.

00:33:09: Und ich denke das aber diese beiden Technologen schon sehr unterschiedliche Herausforderungen haben.

00:33:14: bei der Fernwörme ist meine Wahrnehmung so, dass es viel und aus meiner Sicht berechtigte Kritik gibt an der fehlenden Kostentransparenz.

00:33:24: Man kann nicht nachvollziehen, wie die Kosten zustande kommen und ich glaube damit tun sich die Versorger keingefallen weil sie damit nicht das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen.

00:33:35: Und die Fernwärme hat immer so eine automatische Monopolstellung und das macht die Fernwermerkunden glaube ich besonders... Vertrauensbedürftig, dass da mit ihrem Geld nichts Komisches angestellt wird.

00:33:50: Ich denke, dass die Kostentransparenz sehr wichtig ist und dann erlebe ich das so, dass natürlich mit einem Fernwärmeausbau enorme Investitionskosten anstehen einmalig.

00:33:59: Und da glaube ich, dass eine staatliche Förderung tatsächlich sehr angebracht ist gerade aus solchen einmaligen Mitteln wie ein Klimatransformationsfonds der ja quasi versiegen wird wenn wir das abgeschlossen haben Der sollte eigentlich für solche Aufgaben genutzt werden, dass man gerade bei einem Fernwärmeausbau auch... staatliche Mittel besonders stark zum Einsatz bringt, weil das auch ein Infrastruktur ist die dann sehr lange zur Verfügung steht und diese Kosten sollten nicht auf heute gewälzt werden.

00:34:30: Aber es setzt für mich meiner Meinung nach voraus dass man die Kosten erstmal transparent sieht damit man weiß was Stadtwerke und andere Versorger denn hier an Kostenrechnungen dahinter stehen haben.

00:34:41: bei der Wärmepumpe sieht's ganz anders aus.

00:34:43: das eine dezentrale Lösung.

00:34:44: Hier glaube ich, dass in der Kostenbetrachtung eben genau das was wir die ganze Zeit schon besprochen haben besonders wichtig ist.

00:34:50: Die Wärmepumpe muss intelligent betrachtet werden.

00:34:53: Wir müssen unbedingt dahin, dass Wärmepumpen nicht dann laufen wenn der Strompreis besonders hoch ist oder zumindest sich die Zeiten aussuchen wo man vergleichsweise günstig die Wärmpumpen und den Strom bezogen nutzen kann.

00:35:10: Die Möglichkeiten, die Wärme zu speichern im Gebäude in einfachen Wassertanks ist hervorragend gegeben.

00:35:16: So dass man eine hohen Grad an Flexibilität erreichen kann.

00:35:20: und die Währmepumpe sollte eben weder laufen wenn der Strompreis hoch ist noch wenn das Netz überlastet ist so dass man nicht sowohl Gleichzeitigkeiten hat und lieber selber mehr Flexibilitäten mitbringen.

00:35:31: Das ist ein bisschen anderer Aspekt.

00:35:32: aber ich glaube in diese beide Richtungen kann viel gehen Wenn das dann noch flankiert wird Sanierungsmaßnahmen, die eine riesige Herausforderung sind.

00:35:42: Wo wir aber nicht verzagen dürfen, Schritt vor Schritt fragen gehen können.

00:35:45: Da haben wir auch da viel Potenzialen.

00:35:47: Sie haben eben ein bisschen indirekt unseren Standort hier, Standort Ostdeutschland, Region Mitteldeutsche Land angesprochen und ich will noch auf einen Thema kommen an dem sie auch beteiligt sind das ostdeutscher Energieforum was Ende September Anfang Oktober threißigster September erster Oktober zum fünftzehnten Mal in Leipzig stattfindet.

00:36:10: Sie diskutieren dort wieder mal, diesmal sehr prominent auch mit.

00:36:17: Was wird da Ihr Thema sein?

00:36:20: Ja ich habe die tolle Gelegenheit in einem der ersten Form eine Diskussion mit dem geschätzten Kollegen von der TU Dresden im Professor Hortado zu führen.

00:36:31: Mein Leerstuhl ist eben vernetzte Energiesysteme, sein Leerstuch beschäftigt sich mit Wasserstoff und Kernenergie.

00:36:38: Und da gibt es natürlich durchaus unterschiedliche Gesichtspunkte auf verschiedenen Aspekte.

00:36:47: Ich freue mich sehr darauf dass wir die Gelegenheit haben auf offener Bühne diese mal auszutauschen und quasi auch das Publikum daran partizipieren zu lassen, wo denn die Positionen in der Wissenschaft so stehen.

00:37:01: Und ich weiß noch nicht genau, wie das wird.

00:37:04: Es wird angekündigt als Streitgespräch.

00:37:06: Ich hoffe dass es auch durchaus emotional wird und spannende Aspekte mit berücksichtigt werden können.

00:37:13: Ich gehe aber davon aus, dass wir als Wissenschaftler in der Lage sind uns am Ende sehr wohl die Hand zu reichen und auf eine gute Diskussion zurückzubecken und vielleicht beide auch was mitgenommen haben gelernt zu haben und vielleicht im Idealfall auch das Publikum.

00:37:27: Das würde mich sehr freuen und ich freue mich sehr darauf.

00:37:31: Das einzige was ich schade finde, mein Lieblingspodium kommt direkt in unserem Anschluss.

00:37:38: Wo es darum geht wie denn die Netze und die Batterien oder die Flexibilitätsvermarkter so im Wechselwirkung stehen.

00:37:45: das ist tatsächlich das wo ich mich am meisten drauf freue und ich hoffe dass mir diese Die Aufmerksamkeit dafür gegeben ist, dass ich da dann zuschauen kann nachdem ich selber gerade so explodiert auf der Bühne war.

00:37:57: Weil mich das wirklich interessiert wie die Bundesnetzagentur, wie ein Netzbetreiber und wie dann eben Batterieunternehmen und Flexibilitätsvermarkter miteinander diskutieren.

00:38:11: Ich glaube, es wird wieder ein ganz spannendes Forum und ich freue mich schon sehr darauf.

00:38:15: Na vielleicht können Sie ja in Ihrem Streitgespräch da schon eine Rampe zum folgenden Thema bauen?

00:38:22: Auf jeden Fall scheint es doch spannend und mutmaßlich dann auch ein Stück weit kontrovers zu werden.

00:38:29: Ich will aber noch eine Frage dazu anschließen, Häufige selbst an Konferenzen teilnehmen, auch Konferenz mitveranstalten.

00:38:39: Was denken Sie?

00:38:40: Wie wichtig ist so eine Konferent, auch wenn wir – und wir sprechen hier ja in diesem Podcast über die Wirtschaft im Ostdeutschland, die Wirtschaft dem Osten wie wichtig auch solche Formate sind als Konferentsformate sich auszutauschen, auch hin- und wieder neue Perspektiven zu gewinnen?

00:38:56: Ich freue mich!

00:38:57: Jedes Jahr wieder aufs Ostdeutsche Energieforum.

00:38:59: Ich weiß gar nicht genau, wann ich das erste Mal da war, aber ich denke so zwölf, dreizehn Jahre komme ich jetzt hin jedes Jahr und ich freue mich jedes mal wieder.

00:39:06: Das ist für mich was ganz Besonderes.

00:39:08: Das Besondere, was das Ostdeutsche Energieforum für mich auszeichnet und auch abhebt von anderen Konferenzformaten an denen ich sonst teilnehme ist dass hier tatsächlich die Entscheider oder Scheinleiterinnen aus Politik und Wirtschaft direkt miteinander diskutieren.

00:39:23: Und man kann direkt aus ihrem Mund aus der ersten Hand hören wo denn die Personen die Richtung unserem Land vorgeben sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft wo die sich den positionieren und was das ihre Blickwinkel sind.

00:39:37: Und ich hoffe, dass es manchmal einem auch gelingt umgekehrt dem Blickwinke aus der Wissenschaft zurück zu spielen.

00:39:45: Und da ist ja eine Veranstaltung der Unternehmensverbände ist, ist es auch uns ja immer besonders daran gelegen, dass auf jeden Fall die Unternehmen auch gehört werden von den Entscheidern aus Politik oder vielleicht den größeren Betrieben auch Konzernen damit eben die Unternehmen und der Mittelstand in Deutschland, aber auch in der Region Gehör findet.

00:40:09: Und dafür ist es einfach ein ganz tolles Forum.

00:40:12: Es gibt auch sehr angenehm viele Möglichkeiten sich auszutauschen.

00:40:16: Das schätze ich enorm und es bei mir fest im Kalender notiert.

00:40:20: Ja, ich bin selbst auch ganz gespannt.

00:40:23: Professor Schneider, ich will unser Gespräch noch abrunden – auch weil wir hier über die Wirtschaft im Osten sprechen – mit der Frage, wie sehen Sie den Standort Ostdeutschland?

00:40:35: Wenn wir und das ist ja unser Fokus heute in diesem Gespräch auf die Energiefragen rekorrieren, dann ist ja Ostdeutzschland der Osten eigentlich die Region, was die erneuerbaren Energien angeht in Deutschland im Vergleich ganz weit vorne ist.

00:40:56: Welchen Stellenwert sehen Sie für den Standort aus Deutschland gerade eben auch im Energiebereich?

00:41:06: Sind viele Akteure – sie gehören zur Wissenschaft – im Unternehmensbereich sind viele AkTeure, die da unterwegs sind.

00:41:15: Aber mich würde noch mal zum Abschluss interessieren, wie sehen Sie da die Entwicklungspotenziale?

00:41:22: Was macht aus Ihrer Sicht den Osten stark.

00:41:25: Wie Sie ja schon richtig gesagt haben ist es so dass wir in neuen Bundesländern auch schon viele neue Bundesländer, weiß ich gar nicht was du sagst, in Ostdeutschland viel erneuerbare Energien haben.

00:41:38: gerade in Mecklenburg-Vorpompt, Brandenburg und Sachsen-Anhalt gibt es schon viele erneuherbaren Strom Gerade Windenergie.

00:41:47: Und ich glaube, das ist erst mal eine Riesenchance.

00:41:51: Es ist aus meiner Sicht so... dass wir auch überlegen müssen, bei dem wie wir so ein Energiesystem gestalten das es auch möglich sein sollte regionalen Strom günstig zu verkaufen.

00:42:03: Auch darüber sollte man nachdenken auch um die Netze zu entlasten und das ist natürlich auch eine riesige Chance gesamtwirtschaftlich.

00:42:10: wenn man eben viel erneuerbaren Strom hier hat kann man auch diesen Strom günftig anbieten und kann eben auch ihr Unternehmen die Chance geben sich anzusiedeln und wenn man dafür einen Mechanismus findet wie man das ermöglicht, den regionalen Strom zu verbrauchen.

00:42:24: Dann ist auch das ein Weg zum günstigen erneuerbaren Energien und ich glaube da hat der Osten einen besonders große Chance.

00:42:30: Außerdem ist es so dass der Oßen leider ja eine Herausforderung hat, dass der ländliche Raum mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hat, damit viele Leute dort weggehen gerade auch junge Leute weil es dort wenig berufliche Perspektiven gibt.

00:42:46: und ich glaube auch hier müssen wir eine Umkehr in der Erziehung schaffen, dass wir eben das sehen.

00:42:52: Dass die Flächen diesen ländlichen Raum gibt, die wir benötigen für die Energiewende auch für den urbanen Raum dass wir dort eben erneuerbare Energien bereitstellen auf diesen Flächen und, dass wir dafür auch die Menschen im ländlichen Raum entsprechend beteiligen daran.

00:43:11: Und dann möglicherweise eben noch weitere Wertschöpfungskette forthaben wie zum Beispiel Elektrolyse oder eben weitere chemische Prozesse-Wertschöpfungsschritte so das dort auch wieder vermehrt attraktive Jobs entstehen Und die Menschen auch gerne zurückkehren.

00:43:27: Also ich habe das bei uns an der Hochschule in Leipzig durchaus auch, dass junge Leute aus dem ländlichen Raum kommen und durchaus auch gerne wieder zurück wollen wenn es dort attraktive Jobs gibt.

00:43:39: Ich glaube die Energiewende ist eine Riesenschance dafür.

00:43:43: Wenn man umgekehrt aus Land fährt, sieht man eben auch eine gewisse Antipathie gegen erneuerbare Energien allen voran Windenergie und dann aber auch teilweise gefolgt von der Solarenergie.

00:43:54: Und ich glaube auch da müssen wir mit guten Beispielen die Erzählungen umdrehen und wirklich gemeinsam überlegen mit den Menschen vor Ort wie können wir denn eine positive Geschichte daraus stricken?

00:44:06: Wie können wir dafür sorgen dass wir eben mit erneuerbaren Energien auch hier wieder spannende, gut bezahlt Jobs aufbauen können und Gelder in den ländlichen Raum bringen.

00:44:20: So wie es der ländliche Raum dann auch verdient hat um daraus eine große Erfolgsgeschichte zu machen.

00:44:26: Dann kann ich sagen, Professor Schneider herzlichen Dank für Ihren positiven Blick.

00:44:31: Vielen Dank für die Chancen, die Sie so kompetent und detaillreich beschrieben haben.

00:44:35: Danke dass Sie hier bei Wirtschaft im Osten mitgemacht haben, danke das Sie dabei waren.

00:44:41: Vielen dank Herr Bringschulte.

00:44:45: Das war Wirtschaft dem Osten zur Lage in Ostdeutschland Im Netz bei wirtschaftimosten.de Und auf allen relevanten Kanälen.

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