Thüringer Automobilwirtschaft

Shownotes

at - automotive thüringen e.V. https://www.automotive-thueringen.de

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00:00:02: Wirtschaft im Osten, der Podcast zur Lage in Ostdeutschland.

00:00:11: Die Thüringer Automobil-Zulieferbranche steckt tief in der Transformation.

00:00:16: was als Branchenkrise begann ist längst zu einer Standortkrise geworden.

00:00:22: so die Diagnose von Rico Schmelig dem Geschäftsführer von Automotive Thüringen eV dem Netzwerk und Innovationscluster der Thüringa Zulieverindustrie.

00:00:33: Hier bei Wirtschaft im Osten spricht Schmelig über die stagnierende Investitionsbereitschaft, den Druck durch Energie und Personalkosten

00:00:43: und

00:00:44: neue Wachstumsfelder in der Verteidigungs- und Batteriewirtschaft.

00:00:49: Allerdings sei der Übergang vom Fertigungs zum Wissensstandort das entscheidende Thema der nächsten zehn Jahre – ob man in der Lage sei, dass zu schaffen!

00:01:01: Dabei sei Thüringens stärkste Ressource die Köpfe seiner Menschen.

00:01:08: Hallo Herr Schmelig, herzlich willkommen hier bei Wirtschaft im Osten!

00:01:12: Schön dass Sie dabei sind.

00:01:15: Automotive-Thüringen der wichtige Branchenverband der Automobilindustrie in Thüringen.

00:01:21: Der Zulieferindustrie muss man ja sagen.

00:01:25: sie sind Netzwerk und Innovationscluster wie sie auch.

00:01:29: Sie selbst sind mittlerweile seit vielen Jahren Geschäftsführer von AT Automotive Thüringen, haben eine tiefe Kenntnis der Wirtschaft in Thüring auch über die Branche der Automobilzulieferindustrie hinaus.

00:01:44: Wie würden sie im Moment die Lage der Automobilwirtschaft in Thüringen beschreiben?

00:01:50: Wie sehen Sie die Lage im Moment?

00:01:52: Was sind die aktuellen Herausforderungen?

00:01:54: Es ist ja ungeheuer viel in Bewegung in dem.

00:01:59: Ja, danke sehr.

00:02:01: Wir monitornieren die Lage seit mittlerweile sieben Jahren.

00:02:05: Dann machen wir eine Branchenumfrage um die Zahlen auch mal nebeneinanderzulegen und zu gucken.

00:02:12: wie hat sich denn in der letzten Zeit die Branche entwickelt?

00:02:16: Was wir aktuell feststellen ist dass wir von einer Branchenkrise in eine Standortkrise hineingeschlittert sind.

00:02:26: Das belegen unsere Zahlen sehr deutlich.

00:02:29: Wir fragen nach Umsatzentwicklung, Beschäftigtenentwicklungen Aussicht auf die Zukunft?

00:02:33: Wie bewertet man die Aussicht am Standort in Thüringen und wie verhält es sich mit den Investitionsabsichten?

00:02:42: Da sind die Zahlen seit einigen Jahren doch deutlich eingetrübt.

00:02:47: Aktuell rechnen nur noch siebzehn Prozent der Unternehmen mit einer Umsatzsteigerung Im Vergleich zum Vorjahr und weiter Beschäftigung ist es sogar noch weniger, nur noch sieben Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufwuchs.

00:03:02: Das heißt im Moment ist die Branche eher damit beschäftigt oder auch darauf fokussiert, Beschäftigkeit zu sichern den Bestand zu sicheren wettbewerbsfähig mit den Produkten am Standort anzubieten.

00:03:17: Und genau da kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel Denn die Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion, die hängt ganz stark an den Themen der Energie- und Personalkosten.

00:03:28: Und dass dort der Druck aktuell sehr hoch ist schon seit Jahren – das kann man auch in vielen Verlautbarungen von Wirtschaftsinstituten und auch von Partnerverbänden hören – und da in diesem Mix aus dem Cocktailmix durchaus geeignet ist, ja noch eine weitere Krise auszulösen befindet sich die Branche aktuell.

00:03:51: Also es ist ein Hin und Her zwischen einerseits nach vorne schauen mit neuen Produkten, mit Innovationen auch in den Wettbewerb weiterzugehen aber gleichzeitig auch den Bestand zu sichern und die Beschäftigung zu sicheren.

00:04:05: Sie sagen Branchenkrise jetzt Standortkrise?

00:04:11: Sie haben's schon bisschen angedeutet.

00:04:12: woran liegt das?

00:04:14: weil Die Frage der Preise, der Gehälter, der Lohnkosten.

00:04:24: Das ist ja etwas was wir auch schon seit vielen Jahren haben und daran ist natürlich eine wichtige Herausforderung für nationale aber insbesondere internationale Wettbewerbsfähigkeit.

00:04:35: Und jetzt kommen sozusagen die Energieprobleme und vor allen Dingen die Preisentwicklung.

00:04:41: dazu gibt es noch andere Merkmale aus Ihrer Erfahrung, aus Ihrer Beobachtung?

00:04:47: Aus Ihrer Sicht die diese Standort- und Strukturkrise beschreiben.

00:04:54: Ja es ist wenn wir jetzt den Faktor Mensch noch mit hinzuzählen der ja auch eine wichtige Rolle bei der Veränderung spielt.

00:05:03: Transformation, Veränderungen... Die Frage dieser Lust am entwickeln, diese Lust am verändern, diese lust am etwas Neues auch auf den Weg bringen dass wir die wieder neu entfachen.

00:05:15: Und diese permanente Veränderung der letzten Jahre, es kam immer wieder neue Regulierungen, Regulierungssystematiken, politische Regulierung Systematiken in den Markt hinein was die Unternehmen dazu gezwungen hat auch immer wieder sich daran anzupassen zu verändern und Schritt zu halten mit diesen neuen Regulieren.

00:05:36: Dann kam der Druck auch durch die E-Mobilität neu hinzu mit neuen Antrieben, neuen Wettbewerbern, neuen Materialien, neuen Mobilitätskonzepten.

00:05:46: Neun Märkten und das wirkte alles gleichzeitig auf eine Industrie ein, die ja über Jahrzehnte hinweg eins gemacht hat in einer Massenproduktion Teile für die Automobile der Zukunft zu produzieren.

00:06:00: Und es ging auch alles eine Zeit lang gut von einer eindimensionalen Planungssystematik in eine multidimensionale Planungssystematik entwickelt.

00:06:15: Und diese verschiedenen Faktoren, die auf die Unternehmen einwirken und damit auch auf die Menschen, haben dann teilweise dazu geführt – das haben wir ja im dreijährigen Projekt.

00:06:25: vor zwei Jahren auch festgestellt mit der Universität Jena, dass teilweise auch die Beschäftigten eine hohe Skepsis zum Thema Veränderungen entwickelt haben.

00:06:34: Wie viel Veränderung verträgt ein Mensch?

00:06:37: In welcher Zeit?

00:06:38: Und auf der anderen Seite wissen wir auch jeder Mensch lernt unterschiedlich schnell verändert sich unterschiedlich Schnelles ist etwas zutiefst individuelles und den Unternehmen auch die Zeit zu geben, Luft zum Atmen zu geben sich auf diese neuen Gegebenheiten hineinzustellen.

00:06:55: Das war das Gebot der Stunde ist es nach wie vor und deswegen kam jetzt diese neuen Themen steigende Personalkosten, steigenden Energiekosten sozusagen noch ein Top oben drauf und kann der Wissenschaftler aus jener Sprache ja auch mal vom Thema der Veränderungserschöpfung Wie viel darfst denn bitte schön noch sein?

00:07:14: und dahin durchzusteuern als Unternehmen.

00:07:16: Und das betrifft ja alle Personen, die Führungskräfte oder Fachkräfte den richtigen Weg zu finden, Sicherheit zu stiften, Zukunftsängste ernstzunehmen abzubauen trotzdem die Leistungen anzuerkennen und zu motivieren und aufzubauen Das ist etwas was halt auch noch hinzukommt und ich vermute in diesem hin und her an verschiedenen Faktoren befinden sich viele Unternehmen.

00:07:40: Und das macht eben gerade auch diese Branchenkrise.

00:07:44: oder ist auch ein bestimmendes Merkmal der Branchen- und auch Standortkrise aktuell?

00:07:49: Nun zeignet sich ja Ihr Standort, Ihre Branche in Thüringen ganz besonders durch die mittleren kleine mittlere Unternehmen aus.

00:07:58: Die großen Hersteller sind eher weniger vertreten wenn man auch von Opel Eisen nach mal absieht.

00:08:08: Den kleinen und mittleren Unternehmen wird ja eigentlich immer nachgesagt, dass sie schneller auf Veränderungen am Markt reagieren können.

00:08:17: Wie ich das bei Ihnen beobachtet habe in den letzten Jahren gibt es ja auch viele Unternehmen in Ihrer Branche die nicht nur als Automobilzulieferer unterwegs sind sondern auch noch andere Bereiche IT Ausstattung, Geräte-Technik jetzt neu.

00:08:37: Kommen wir vielleicht gleich nochmal drauf auch im Defensbereich gucken was da möglich ist.

00:08:46: Ist diese Schnelligkeit einfach aufgrund des Drucks der internationalen Entwicklung aber eben auch das Preisdrucks?

00:08:54: Ist die jetzt auch ein bisschen erschöpft?

00:08:57: Man sagt ja immer, ohne Schmerz läuft niemand los.

00:09:00: Also wie viel Schmerzen muss es sein damit jemand bereit ist sich zu verändern?

00:09:05: Und Sie haben es vollkommen richtig angesprochen dieser Druck von außen der erzeugt auch diesen Veränderungsschmerz auch bei unseren Zulieferern.

00:09:13: wir haben sixhundert neunzig Zuliefere in Thüringen und im Durchschnitt sind die Beschäftigtenzahl durchschnittlich bei zweihundertsechzig Beschäftigte.

00:09:23: Die Mehrheit, die Mehrzahl ist kleine mittlere Unternehmen.

00:09:26: und wir wissen auch aus vielen guten Daten und Erhebungen, die wir gemacht haben dass die weit überwiegende Mehrheit dieser Zulieferer gar nicht hundert Prozent Automotive-Zuliefung und Umsatzanteil Automotive hat sondern die Mehrheit hat den Umsatz Anteil auf verschiedene Branchen verteilt Medizintechnik Ernährungstechnik Automobile Technik Luft- und Raumfahrttechnik.

00:09:48: Und deswegen spüren die Zulieferer den Druck schon, aber anders als vielleicht Hersteller wie in Ingolstadt München oder Wolfsburg.

00:09:57: Und ja kleinere Unternehmen haben die Möglichkeit auch vielleicht schneller in Pilotprojekte zu kommen, in Innovationsprojekten zu kommen weil es eben nicht den fünften sechsten siebten Ausschuss und die achte Ebene der Zustimmung benötigt sondern durch flache Helarachien auch schneller Entscheidungen zustande kommen.

00:10:14: Aber das ist eben der springende Punkt die Kapitalausstattung, also das Cash.

00:10:19: Das Geld oftmals fehlt um auch ein Risiko zu gehen und zu sagen okay man stellt eben zwei bis drei Projektingenieure für einen Pilotprojekt ab geht ins Risiko investiert und gerade bei solchen Veränderungsprojekten bringt man ja am Anfang erst mehr Geld mit und erhält bestenfalls Jahre später erst die Investitionen durch entsprechende Produktionszahlen zurück.

00:10:45: Und diese Unsicherheit gehe ich in das Projekt oder lasse sich das bleiben?

00:10:49: Wird sich mein Investment irgendwann wieder zurück, da kriege ich den wieder zurück oder ist er weg?

00:10:55: Dieses Risiko der unternehmerischen Entscheidung trifft natürlich jedes Unternehmen selber und durch diese Unsicherung, durch diese Rahmenbedingungen, die ich ja anfangs schon erwähnt habe wird diese Investitionszurückhaltung auch noch mal untermaut.

00:11:09: und das zeigen unsere Zahlen, dass die Investitionsbereitschaft an einem Tiefpunkt angekommen ist.

00:11:15: Das waren Ende im Jahr zweiundzwanzig nur noch siebenund zwanzig Prozent der Thüringer Zulieferer, die bereit waren mittelfristig zu investieren in ihren Standorten in Thüringen.

00:11:24: also nur noch ein Viertel der Unternehmen ist aktuell bereit zu investiren.

00:11:29: und das bereitet uns auch große Sorgen.

00:11:33: Auf der einen Seite die Herausforderung internationaler Wettbewerbsdruck, neue Player.

00:11:39: International auf dem Automobilmarkt jetzt schon seit vielen Jahren auch gerade die chinesischen Hersteller drängen mit Macht auf den europäischen und auf den deutschen Automobilmark.

00:11:49: Das ist sozusagen die eine Ebene, die andere Ebene der Rahmenbedingungen.

00:11:52: Ist das was sozusagen in Deutschland auf Thüringen kommen wir sicher auch gleich noch mal konkret, in Deutschland auch an politischen Rahmenbedingungen braucht.

00:12:05: Gibt es da und wie erleben ja die aktuelle politische Diskussion?

00:12:09: In allen möglichen Bereichen.

00:12:12: das Klima in Deutschland ist nicht so dass Unternehmen sagen Wir können voraus berechnen vorausanen Investitionsfreundlichkeit, Wirtschaftsfreundigkeit, Standortattraktivität, Standortsfreundlichkeit.

00:12:32: Wir können uns darauf verlassen und investieren weil die Unsicherheit auch mit den politischen Rahmenbedingungen und auch mit Regulierungen groß ist.

00:12:43: Ist das sozusagen eine Stellschraube an der mehr gedreht werden müsste politisch?

00:12:50: Diese Regulierungssystematik kommt aus der Europäischen Union.

00:12:55: Die EU kann in den Hebel-Subventionen und Steuern nicht ansetzen, weil das nur den Mitglieds des Nationalstaaten vorbehalten ist.

00:13:06: Das heißt, da bleibt als drittes Hebelinstrument die Regulierung übrig.

00:13:10: Und genau in dieser Regelung liegt aber eine unglaubliche Schub.

00:13:17: in der Marktveränderung.

00:13:18: Wir wissen, dass das Thema E-Mobilität ohne die CO² Regulierungen der EU und ohne den Leitmarkt China, die so stark auf E setzen, in Europa nie diesen Druck bekommen hätte, den es erhalten hat.

00:13:32: Und jetzt hat man ja die Diskussion letztes Jahr auch innerhalb der Kommission geführt mit dem Automotive Action Plan hinsichtlich Auflockerung der CO²-Limits, Stichwort zwanzig fünfunddreißig null Emissionsziele.

00:13:45: Und dass man hier gesagt hat, man gibt jetzt wieder mehr Zeit zum Atmen, hat sicherlich auch dazu geführt und das erleben wir jetzt in den Strategien der Hersteller, dass man wieder stark auf Mischbauweisen und Mischwerke setzt.

00:13:56: also, so dass man einerseits die Technologie weiter voran bringt aber auch auf Hybridtechnologien so dass wir an diesem Antriebsmix, den wir erleben auch den Kunden und am Ende entscheidet immer der Kunde was er für ein Auto fährt.

00:14:14: Auch dem Kunden die Möglichkeit gibt zu sagen okay ich kann mich für verschiedene Modelle entscheiden und muss mich nicht auf eins festlegen.

00:14:21: Und das führt dazu, dass sich zum Beispiel die PKW Nachfrage im ersten Quartal zwanzig sechsundzwanzig leicht erholt hat im Vergleich zum ersten Quartail zwanzich fünfundzwannzig.

00:14:30: Das haben wir erlebt und wir haben auch Zuwächse in den Neuzulassungen In Europa von plus vier Prozent und in Deutschland sogar von plus fünf Prozent bei den Fahrzeugen.

00:14:42: Die Frage ist nur, das ist eben der entscheidende Punkt die Neuzulassungen sagen ja nix über die Produktion aus.

00:14:48: Und wenn wir auf die Inlandsproduktion gucken in Deutschland und da kommen wir ja von zwei tausend sieben einst wo wir mal über sieben Millionen Autos in Deutschland gebaut haben aktuell vielleicht noch auf zweieinhalb Millionen produzierte PKW in Deutschland.

00:15:01: Und damit sind wir bei der Wertschöpfung der regionalen und den Zuliefern Und das merkt man schon deutlich dieser Rückgang auch.

00:15:08: Die Frage wird sein, inwieweit Deutschland als Produktionsstandort für die Fahrzeuge der Zukunft noch eine Rolle spielen wird.

00:15:16: in Zukunft?

00:15:17: Also das Aufweichen des Verbrennerverbots, aber geplant ist ja sozusagen gleichwohl ab fünfundreißig ein massiver Rückgang.

00:15:26: CO-Ausschluss minus neunzig Prozent.

00:15:29: Aber mehr Technologieoffenheit wie Sie es gerade beschrieben haben Das ist jetzt eine Übergangsphase die einen klein wenig optimistisch stimmt, aber am Kern der Frage Wettbewerbsfähigkeit, mit welchen Produkten?

00:15:45: Mit welchen Preisen.

00:15:47: Mit welchem menschlichen Input und Beschäftigtenzahlen etc.

00:15:52: Die Fragen bleiben offen oder?

00:15:55: Ja die bleiben offen.

00:15:57: also wir erleben eine Steigerung bei der E-Mobilität kann man auch mit Datengut belegen.

00:16:03: also der Anteil Neuzulassungen e Fahrzeuge in Deutschland bei knapp jedes vierte gebaut oder zugelassenen Auto ist mittlerweile ein Stromer.

00:16:14: Das wird weiter hochgehen nach unseren Prognosen, das sagen auch die Strategien der Hersteller selber und durch die Verteuerung der versilen Brennstoffe wird dazu sicherlich auch führen, dass ein steigendes Interesse der Kunden an Elektroautos erwartet wird.

00:16:30: Das heißt aber, dass das noch lange nicht in den Auftragsbüchern natürlich nach Zulieferer ankommt.

00:16:35: Und das ist auch spannend da haben wir eine aktuelle Befragung gemacht, dass eighty-fünf Prozent der Zuliefraum geantwortet haben, dass eben dieser erkennbare zusätzliche Auftragsempoliz bei E-Autos nicht in diesen Auftragspücheren in den Thüringer Zulieferern angekommen ist.

00:16:51: Und das liegt vor allen Dingen daran, dass die volumenträchtigen E-Fahrzeuge teilweise gar nicht in Deutschland gebaut werden und damit auch nicht in einer regionalen Zulieferstruktur verhaftet sind.

00:17:03: Das heißt, die Frage ist, die sich dann die Zulrieferer stellen gut wenn der Umsatzvolumen nicht mehr kommt wie erwartet für Automotivzulieverteile verändere ich mich dann eben auch nicht in Non-Automotivebranchen hinein, um mein Unternehmen den Bestand für die Zukunft zu sichern.

00:17:23: Bevor wir zu der Frage die besonders spannend finde, auch gleich noch kommen, noch einen Moment bei der Branche und am Standort Thüringen würde ich noch ein Moment bleiben.

00:17:36: was ist so etwas wie ein USP in Thüringen im Moment noch?

00:17:40: Wie würden Sie das beschreiben?

00:17:42: vielleicht auch im Konzert mit anderen Automobilstandorten, Produktionsstandorden in Deutschland?

00:17:49: Also was Thüringen auszeichnet ist ein unfassbar gut ausgeprägter Engineers und Tüftlergeist.

00:17:59: Das gehört nicht zur ... also Thüringer DNA ist Automotive-DNA es gekennzeichnet dadurch dass man nicht aufgibt sondern immer weiter nach vorne denkt.

00:18:10: Das heißt im Bereich des Maschinenbaus sind wir sehr gut aufgestellt.

00:18:15: Sonder-Maschinenbau, Sonderfahrzeugbau Präzisionstechnik Anlagen und Steuerungstechniken Prozessabläufe.

00:18:23: Also wir sind in der Lage auf sechs Millionen produzierte Teile vielleicht zehn Fehlerteile herzustellen also eine unfassbar hohe Qualität mit einem ganz geringen Anteil vielleicht an Fehler teilen.

00:18:37: Also das zeichnet das Thema Qualität aus, dass wir genau hingucken in der Aluminiumverarbeitung im Bereich der optoelektronischen Systeme.

00:18:46: Optische Geräte sind sehr gut aufgestellt und das sind halt auch alles Kennzeichen dafür die in Automotive-Technik hineingehen können aber nicht unbedingt müssen.

00:18:56: man kann nämlich diese Fähigkeiten und anderweitig einsetzen.

00:19:00: Also das zeichnet Thüringer Zulieferindustrie auf, dass man den Kopf nicht in den Sand steckt sondern nach vorne schaut.

00:19:07: Das heißt die Transformationsfähigkeit dieser Industrie in Thüringen ist absolut gegeben und es wurde ja schon einmal bewiesen zur Wendezeit.

00:19:17: Und wir treffen jetzt sehr oft auf eine gewisse Kühnheit.

00:19:20: Und dass man auch sagt, na gut das haben wir ja vor vor sieben und dreißig Jahren schon mal erlebt.

00:19:24: Das haben wir geschafft.

00:19:25: Wir werden es auch diesmal wieder schaffen.

00:19:28: also richten wir die Krone und gucken nach vorne

00:19:31: mit so viel Kompetenz und und und diversen Diversenkompetenzen die Sie eben beschrieben haben.

00:19:38: wohin gehen da die Unternehmen wenn sie wenn sie mal vielleicht ein kleines Stimmungsbild Beschreiben was was geht in den Unternehmen vor, wohin orientiert man sich?

00:19:51: Wie geht man eben auch mit den ganz praktischen Herausforderungen über die wir ja eben auch gesprochen haben in den Unternehmen selber um.

00:19:59: Ja es finden im Moment viele Meetings-Team.

00:20:04: also man holt die Leute zusammen die Köpfe und sagt okay das gesamte Unternehmen ist im Wandel der Veränderung im Druck.

00:20:11: Jetzt ziehen wir mal alle Köpfe zusammen und reden, und denken darüber nach in welche Richtung es sinnvoll wäre sich weiterzuentwickeln.

00:20:20: Also welche Wege schlägt man ein?

00:20:21: oder welchen Weg schlägt man ein?

00:20:23: Und welche lässt man eben weg?

00:20:24: Das heißt das Gebot der Stunde ist Konsolidierung und Fokussierung.

00:20:28: also Wir denken wieder schmaler in einer Nische in einem Thema überlegen uns, ob man sich darauf fokussiert und wenn man diese Entscheidung getroffen hat heißt es natürlich gleichzeitig dass ich andere Dinge nicht mehr tue.

00:20:42: In dem Moment wo ich mich auf ein oder zwei Dinge fokusiere heisst das eben das dreißigvierzig andere Dinger rausfallen aus der Betrachtung.

00:20:50: Und genau da in diesem Diskussionsprozess befinden sich gerade sehr viele Unternehmen zu überlegen okay welchen Weg schlägt man ein?

00:20:58: Durch Trendanalysen helfen wir auch im Netzwerk Automotive Turing mit Was gibt es für Einzeltrends?

00:21:05: Wie lassen die sich matchen mit den Fähigkeiten, die wir haben und entwickelt man daraus ein Pilotprojekt.

00:21:12: Einen Prototypenbau für möglicherweise neue Teile auch im Non-Automotivbereich.

00:21:17: also in diesem Veränderungsprozess befinden sich die Unternehmen relevanten Personen mit an einen Tisch geholt, weil das geht nur gemeinsam.

00:21:28: Da muss man enger zusammenrücken.

00:21:30: in diesen Zeiten und das ist aktuell das was wir vieler Vielfach erleben

00:21:38: Netzwerk Cluster gibt es gerade in Ostdeutschland viele In Deutschland auch Ist die Bereitschaft jetzt nicht nur vielleicht vor dem Hintergrund von neuen Herausforderungen und Krisen, aber die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auch an Produkten zusammenzuarbeiten.

00:22:02: Inwiefern hat sie sich in den letzten Jahren verändert?

00:22:05: Ja das ist das was ich vorhin meinte ohne Schmerz läuft niemand los.

00:22:11: Das war vor einigen Jahren noch anders.

00:22:14: da gab es lief ja gut Die Auftragsbücher waren voll, die Umsätze sind gespudelt und Teileabrufe kamen.

00:22:24: Das setzte schon ein Jahr vor Corona ein.

00:22:26: Da haben wir das gesehen, dass die Delle kommt.

00:22:29: Und da war dann so, dass Unternehmer durch diesen Schmerz gezwungen waren zu überlegen, bin ich jetzt auch mal bereit mein Wissen zu teilen mit meinem Nachbarn?

00:22:40: Mit einem Unternehmen, mit dem ich vielleicht nicht in Wettbewerb oder Konkurrenz stehe, aber mit dem mich gut ergänzen kann.

00:22:47: Früher hieß das mal Kombinat – sagen wir so schatzhaft.

00:22:50: heute nennen wir es Cluster!

00:22:51: Das heißt die freiwillige Zusammenarbeit im vorwettbewerklichen Raum, im Bereich dessen dass man wissen miteinander teilt und dann bestenfalls vom Einzelteil lieferanten zum Systemlieferanten im Verbund in der Gemeinschaft sich entwickelt.

00:23:08: Das hat sich schon stark verändert, denn der Vorteil daran liegt dass ich als Einzelteillieferant natürlich dem Risiko der Austauschbarkeit viel größer unterlegen bin als im System verbunden.

00:23:21: Denn wenn sich fünf sechs sieben acht Unternehmen zusammentun und an einem System arbeiten an einer Systemkomponente, dann ist man nicht mehr so schnell austauschbar.

00:23:32: und dieses Wissen was man da bündelt das wird kein Hersteller der auf der Welt je haben können in der Tiefe, in der Präzision.

00:23:40: Und es sagen wir auch dass das auch ein Vorteil ist im Bereich des Einkaufs, des Teile-Einkaufs Denn man kann dann natürlich auch ganz andere Preise definieren, wenn man einem System in einer Nische so groß gemacht hat als wenn man alleine als Einzelteilieferant irgendwo mit unterwegs ist.

00:23:57: Und in dem Moment kann ich andere Preisen definieren und bestenfalls auch mit einer höheren Wertschöpfungstiefe andere Gehälter bezahlen.

00:24:05: In dieser Veränderung sind die Unternehmen gerade drin – das ist eben ein wichtiger Punkt für die Qualifizierung der Bestands-, Beschäftigten des Bestands-Personals, diese auch in der Komplexität weiterzuschulen.

00:24:17: Denn die Produkte werden komplexer und die Anforderungsprofile an Arbeitsplätze werden höher.

00:24:24: Deswegen ist ja die Fachkräftesicherung und die Weiterqualifizierung, die Aufstiegsqualifisierung so wichtig, weil ich dann natürlich ganz anders in der Lage bin, auch komplexere Produkte zu fertigen.

00:24:34: Aber das Verhalten und die Einstellung hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert.

00:24:38: aber es lag eben auch an diesen Schmerzhaften Erfahrungen.

00:24:42: Was sind Innovationsbereiche, die Sie aktuell sehen und auf die sich Unternehmen zunehmend konzentrieren?

00:24:55: Also das liegt vor allen Dingen auch im Bereich des Übergangs von der klassischen Wertschöpfung Hardware getrieben hin zur neuen Wertschüpfung, zur digitalen Wertschöffung Plattform Getrieben.

00:25:05: Das haben wir auch durch unsere Tiefenanalysen, durch unsere Studien auch mehrfach belegen können.

00:25:11: Die Wachstumsfelder im Bereich Automobilität, die sehen wir sehr stark in den neuen Geschäftsmodellen der plattformgetriebenen Geschäfts-Modelle.

00:25:20: Auch vor allem getrieben durch das automatisierte vernetzte Fahren was immer mehr kommt.

00:25:25: Das Fahrzeug wird also in der Nutzung interessanter als im Besitz und mit diesem veränderten Mobilitätsverhalten Wenn das Auto also offenbar in der Nutzung spannender wird, rückt auch der Passagier mehr in den Fokus.

00:25:38: Das ist ein Trend, den wir sehen weg von der Fahrerzentrierung hin zur Insassenzentrierungen.

00:25:43: Das heißt alle Personen die im Auto sind rücken auf einmal in den Focus und deswegen ist der Fahrzeug Innenraum alles was sich im Interieur abspielt spannend.

00:25:52: dort ist neue Wertschöpfung dort gibt es neue Produkte neue Teile Da ist ein unglaubliches Potenzial zu sehen und das sind Punkte, wo auch Thüringen ein Tor schießen kann.

00:26:03: Wo wir Fähigkeiten und Kompetenzen haben und deswegen definieren wird diese Wachstumsfelder auch an die Zulieferer zu gucken gibt es dort Möglichkeiten auch mitzuspielen?

00:26:15: Und das sind Punkte, die mit der hartwerkgetriebenen Wertschöpfung erst mal nicht mehr so viel zu tun haben.

00:26:22: Sondern sie sind eher in der digitalen software getriebene Wertschöffung zu finden.

00:26:27: und in diesem Dualismus befinden wir uns.

00:26:30: einerseits betreibt man Bestandssicherung in der klassischen Wertschüpfung und versucht Wachstumsfelder in der neuen Wertschüpfung zu ergründen.

00:26:37: aber dass das gelingen kann hat ja Thüringen schon einmal gezeigt.

00:26:41: Wir sind uns sicher, dass auch die Mehrheit der Thüringer Zulieferer sich dahingehend zu verändern.

00:26:49: Wenn man über den Automobil-Zuliefern Standort Thüringen spricht, dann muss man natürlich auch über Batteriesprechen.

00:26:57: Batterieforschung ist sehr kompetent vertreten und mit dem chinesischen Hersteller CATL einer der großen weltweit agierenden Batterieproduzenten ... Wie wichtig ist der Bereich aus Ihrer Sicht?

00:27:15: Ja, es gibt ja.

00:27:17: Roland Berger hat auch mal eine spannende Studie vor einiger Zeit gemacht über die neuen Wachstumsfelder.

00:27:22: Auch in der Automobilbranche mit den Feldern, die die höchsten Gewinnmarschen in Aussicht stellen.

00:27:29: Da kam raus Batterie, Halbleiter und Software sind die Treiber mit den hohen Marschen.

00:27:35: Deswegen ist die Wertschöpfung rund um das Thema Batterie Das ist ein immens wichtiges Feld.

00:27:41: Wir haben damit CATL den Weltmarktführer in der Batteriezeitfertigung vor dem Haustür von Erfurt sitzen und da sind wir auch sehr erfreut darüber, dass sich so einen Konzern bekannt zum Standort Deutschland hier produziert.

00:27:54: Es ist ganz wichtig für das Umfeld.

00:27:57: für die Industrie-Datdienstleistung, für die Zulieferstruktur drumherum.

00:28:01: Denn es sind ja nicht nur die Batterien selber – die Zellen, die da eine Rolle spielen, sondern CATL ist auch ein Konzern der sich mit Themen des Batteriemanagementssystems beschäftigt wo mechatronische Komponenten und Zuliefers auch Komponenten gefragt sind im Bereich des Thermomanagement Systems rund um die Batterie, wo wir auch spannende Firmen in Thüringen haben wie die Niedek in Südtüring im Bereich das Thermomanagementsystem im Bereich der Hybrid-Batterien mit Bosch in Eisenach und den ganzen Testfeldern rund um das Fraunhofer IKTS in Anstatt.

00:28:34: Also es gibt ja schon dieses iWallet, diesen Batteriewertschöpfungskern und dieses Feld zu heben ist auf jeden Fall mit Potenzialen verbunden und das meint ich vorhin mit diesem plattformgetriebenen Modellen, dieser neuen Mobilität.

00:28:50: hinzu dass die Batterie der höchste Wertschöpfungsanteil im E-Auto Und damit auch eine Chance bietet, diese neuen Geschäftsmodelle, plattformgetriebenen Geschäfts-Modelle des Auto in der Nutzung stärker in den Fokus zu nehmen.

00:29:06: Das förmeln sich an diesen Wachstumspotenzialen auch beteiligen können.

00:29:12: Ich will noch mal springen zu einem Bereich, den Ihre Wirtschaftsministerin in Thüringen auch auf der Agenda hat.

00:29:26: Ein Thema, das Sie schon lange begleiten konstruktiv ist nämlich Automobilwirtschaft und Verteidigung.

00:29:34: Industrie.

00:29:37: Das haben sich schon lange auf dem Schirm, das ist natürlich auch ein Thema vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklung.

00:29:44: Vor dem Hintergründ des Angriffskrieges auf die Ukraine und der neuen Verteidigungsnotwendigkeiten in Europa aber insbesondere auch hier bei uns in Deutschland.

00:29:58: Es hat kürzlich, haben Sie glaube ich selbst auch mitgemacht eine Veranstaltung zur Drohnenproduktion als sozusagen ein Beispiel.

00:30:06: Ich glaube auch mit ukrainischen Experten also der gesamte Bereich Verteidigungsindustrie und Zuliefermöglichkeiten.

00:30:15: wie wichtig ist das im Moment?

00:30:17: Und welches Potenzial sehen sie?

00:30:19: Und vor allen Dingen gehen die Unternehmen in ihrer Branche mit diesen möglichen Möglichkeiten um.

00:30:26: Es

00:30:26: ist ein sensibles Thema.

00:30:28: Natürlich haben wir deswegen auch dazu Befragungen gemacht, um uns ein Stimmungsbild einzuholen.

00:30:34: in der letzten Befragerung Anfang dieses Jahres waren es siebzig Prozent der Zulieferer die entweder schon im Defense Sektor tätig sind oder Bestrebungen unterstützend in diesem Feld tätig zu werden.

00:30:48: Wir haben dazu eine Marktanalyse-Defense gemacht, die Wertschöpfungspyramide analysiert.

00:30:53: Die Lieferketten, die Zugänge auch in diesem Bereich angeschaut.

00:30:56: Die Top Ten der deutschen Defenseindustrie uns anschaut und insgesamt hundertfünfzig Unternehmen analysiert, die bereits in diesem Segment tätig sind.

00:31:06: Die Zugänge sind ganz verschiedenfach zu wählen.

00:31:10: es gibt technologiseidige Zugänge, es gibt zulieferseidige Zugänge in die Defenseindustrie.

00:31:16: Aber ja, es ist ein sensibles Feld.

00:31:19: Die Unternehmen sind angehalten – das hat man uns auch gesagt!

00:31:23: Vor allen Dingen den Dialog des Gesprächs auch innerbetrieblich zu suchen und hinsichtlich möglicher Bedenken der Beschäftigten, ob man da tätig wird oder nicht.

00:31:31: Das heißt die Transparenz im Gespräch ist ganz wichtig zu gucken, aber und das muss man eben auch wissen der Einstieg in die Defenseindustrie.

00:31:40: Das ist kein Eintagesprojekt.

00:31:42: es ist ein hochprofessionelles Markteintrittsprojekt verbunden mit verschiedenen Auflagen die man zu erfüllen hat.

00:31:48: und was wir auch in unserer Studie herausgefunden haben ist dass die die Defense Industrie vom Volumen her nicht die Automobilindustrie wird ersetzen können.

00:32:00: Es gilt Einfalls als Ergänzung des bestehenden Produktportfolios.

00:32:05: Es gibt auch die Chance zu diversifizieren, Dual Use Güter zu entwickeln, die man dann landfristig in zivile oder militärische Zwecke hineinzuliefert.

00:32:13: Aber die Defense-Industrie wird kein Ersatz für das Autopobilgeschäft

00:32:17: sein.".

00:32:18: Auf der anderen Seite, wenn man sich die Zahlen anguckt, wo das Thema hingeht.

00:32:22: Wenn man die EU-Siemundzwanzig Ausgaben für Verteidigung anguckt – also die Mitgliedstadt der EU wurde ja vor zwei Jahren auf dem NATO-Gipfel in den Haken entschieden, dass es auf drei Komma fünf Prozent des BIPs zu erhöhen, dann rechnet man von einer Steigerung von aktuell vierhundertsechzig Milliarden Euro ausgabenmilitär bis Mitte der dreißiger Jahre über achthundertzehn Milliarden Euro Ausgabe.

00:32:44: Das heißt ... Das ist schon ein Segment, das mit Wachstum rein auf die Zahlen bezogen verbunden ist und deswegen sehen auch viele Zulieferer dort durchaus Möglichkeit auch ein Stück weit was vom Kuchen abzubekommen.

00:33:00: Die Entwicklung in dem Bereich ist natürlich auch eng verknüpft mit Forschungsinvestitionen wenn man sich andere Länder in der Welt anguckt Auch wenn das einige kritisch schon lange diskutieren.

00:33:16: Israel, USA – die US-Regierung hat da einen ganz eigenen Forschungsbereich aus dem sozusagen auch viel Innovation entstanden ist.

00:33:27: dann wieder für andere Industriebereiche.

00:33:33: Ihnen ein Thema besonders am Herzen liegt, nämlich die Frage von der Fertigung zum Wissenstandort zu kommen.

00:33:42: Und das hat eben ja auch viel mit Forschung und mit Innovation Innovationsförderung zu tun.

00:33:49: Wo sehen Sie da Schwerpunkte?

00:33:53: Was ist Ihnen da wichtig in dem

00:33:55: Bereich?

00:33:56: Ja, es ist die Entwicklung, die wir Wir beobachten, natürlich ist Thüringen auch ein stark fertigungslastiger Standort in der Zulieferindustrie.

00:34:07: Also neunzig Prozent der Unternehmen sind reine Fertigungsstandorte und das machen die auch sehr gut.

00:34:14: also die Hersteller kommen ja nicht nach Thüring weil sie so schön grün ist hier die Wiese sondern weil die Unternehmen in der Lage sind qualitativ hochwertige Teile zu fertigen.

00:34:23: nehmen wir auch BMW mit dem Werkzeugbau in Eisenachter größtes Standort für Werkzeugbau unter BMW Gruppe auch Firmen wie Marquardt, Mubéa, Bosch und Borbett.

00:34:33: Das sind alles Beispiele für starke, mittelstandsgeprägte Firme oder eine Ehe hat die also wirklich unglaublich tolle Produkte fertigen.

00:34:42: aber wir sehen eben auch dass die Fertigung an den jetzt immer wieder bei diesen personalen Energiekosten stark durch diese Themen belastet wird und das teilweise Produktion nach Ost- und Fernost verlagert wird, weil dort günstiger produziert werden kann.

00:35:00: Und deswegen die Wettbewerbsfähigkeit in der Fertigung immer stärker unter Druckgerät in Deutschland.

00:35:05: Die Frage ist wie kann ich damit umgehen?

00:35:08: Kann ich mich von einem Fertigungsstandort zum Wissensstandort weiterentwickeln?

00:35:12: Das heißt unsere Ressource in Deutschland sind ja unsere Köpfe, unsere Bildung unserer Wissen unser vernetztes Denken, unsere Ingenieurskunst, unsere Prozessechnik, die wir haben.

00:35:24: Und dass ich dieses Wissen stärker noch in den Fokus stelle, zu sagen okay ich stelle das Wissen dann eben auch künftig anderen Firmen bereit verdiene.

00:35:34: Auch entsprechend durch Pay-Pay-Us Geschäftsmodelle, durch neue ja auch plattformgetriebene Geschäfts Modelle Geld weil ich vielleicht davon ausgehen muss, dass die Fertigung künftig nicht mehr so stark in Deutschland stattfinden wird wenn man es noch weiter denkt Richtung Dark Factories wo reine Roboter bauen die Autos.

00:35:55: Da gibt es auch Beispiele, dafür brennt kein Licht mehr ... Roboter brauchen kein Licht, die brauchen nur noch Sensorik.

00:36:02: Dann stellt sich die Frage welche Rolle der Mensch überhaupt noch spielen wird in der mit Handgetriebenen, mit der handgefertigten Wertschöpfung.

00:36:11: und deswegen ist diese Aufstiegsqualifizierung, die Weiterqualifiziertierung so wichtig dass ich das was ich kann auch künftig in Wissen umsetze und übersetze und mit diesem Wissen künftig Geld verdiene indem ich es anderen Firmen und Kunden bereit stelle.

00:36:29: Eigentliche Übergang vom Fertigungs- zum Wissenstandort ist aus meiner Sicht, dass eines der Themen der nächsten zehn Jahre, ob man in der Lage sein wird das zu schaffen.

00:36:43: Nur haben Sie zu Beginn glaube ich unseres Gespräches gesagt die Unternehmen sind finanziell nicht so aufgestellt, dass sie auch immer große Sprünge in Sachen Forschung und Innovation ausprobieren, entwickeln, machen können.

00:37:04: Und da sind wir natürlich auch wieder bei einem Teil der Rahmenbedingungen nämlich bei der Förderungsunterstützung durch die Politik.

00:37:14: Selbst sage immer und nehme das in Diskussion so wahr, wenn wir in Deutschland oder in Europa fünfhundert Millionen für ein Projekt ausgeben.

00:37:26: Dann gibt man in den USA fünfzig Milliarden aus.

00:37:30: Damit können wir uns nicht wirklich vergleichen weil das ist weder die Kultur noch gibt es hier die Kapazitäten dafür Und die Kapitalmärkte geben das hier.

00:37:43: Die Kapitalgeber auch nicht her, es ist ja auch immer schade wenn hier gute Dinge von Startups entwickelt werden dass dann die Unternehmen weg gekauft werden in den USA und woanders in die Welt aber häufig eben in die USA.

00:38:01: Also die Rahmenbedingungen der Politik was braucht es?

00:38:06: Und was erwarten Sie von Landes- und Bundespolitik aus einem Standort mehr, einen Wissensstandort zu machen?

00:38:16: Der innovativ ist.

00:38:18: Der neue Produkte entwickelt und damit Beschäftigung und am Ende – das ist ja auch die große Diskussion, die wir aktuell haben – diesen Staat, diesen Sozialstaat finanzieren

00:38:28: muss.".

00:38:31: Abgefragt immer wieder auch bei den Unternehmen, was sind die Erwartungen an die Förderpolitik?

00:38:36: An Land und Bund haben dazu auch ein Positionsimpulspapier letztes Jahr herausgegeben.

00:38:42: Im Kern sind es also, was vordergründig immer wieder adressiert wird, Maßnahmen um den Bürokratieabbau voranzutreiben.

00:38:51: ist man in der Lage vielleicht auch mal die eine oder andere Regel abzuschaffen, um Entlastung für Unternehmen zu ermöglichen das Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, wie viel Prüfprozesse braucht es da.

00:39:04: Reicht vielleicht manchmal einer oder müssen immer noch zwei oder drei weiter sein.

00:39:10: Die Reduzierung auch Stromnädenkosten sind ja viele Abgaben drin das wird in zweiter Stelle genannt.

00:39:16: kann man da vielleicht auch eine Entlastung herbeiführen wo auch durchaus Gesetzgeber Möglichkeiten hat?

00:39:22: und bei den lokalen Fördermaßnahmen das wird dann als dritter Punkt adressiert im Bereich der Unternehmensförderung, Einzelbetriebliche Forschungsförderungen auch für spezielle Projekte.

00:39:35: Auch zu ermöglichen hat aber die Landesregierung schon viel gemacht in Thüringen und den Zugang für kleinere Unternehmen deutlich erleichtert, Zugang zu Fördermitteln.

00:39:44: dass da auch gewisset Auflagen entfernt wurden, die kleinere Unternehmen gehemmt haben sich zu bewerben.

00:39:52: Und was wir in letzter Zeit stark mitgeteilt bekommen ist, dass die Förderinstrumente vor allen Dingen auf Beschäftigungssicherung hin abziehen sollten.

00:40:02: Natürlich ist es immer wieder der Wunsch, Beschäftigungsaufbau zu betreiben, Fachkräfte-Aufbau zu Betreiben aber wir wissen aus vielen Zahlen das im Moment die Fachkräftesicherung deutlich in den Fokus gerückt ist bei dem Menschen die man noch vor Ort hat, die noch da sind.

00:40:19: Die Babyboomer gehen jetzt in Rente Schritt für Schritt und von unten kommt immer weniger nach.

00:40:25: also das gibt auch Zahlen dazu im Mitte der dreißiger Jahre wie hoch der netto Arbeitskräftemangel sein wird in Thüringen.

00:40:32: und man will aber gleichzeitig die Wertschöpfung halten bestenfalls noch weiter ausbauen den Wohlstand halten bei immer weniger Arbeitskräften, die netto zur Verfügung stehen.

00:40:42: Deswegen ist die Beschäftigungssicherung, die Fachkräftesicherungen so wichtig und Instrumente, die darauf hin abziehen das zu unterstützen sind sicherlich auch Dinge, die stärker an den Fokus genommen werden sollten.

00:40:54: Und da sind wir auch wieder beim Thema Qualifizierung Angebote zu schaffen um sich selber weiterzubilden, fortzubildet und das Bestandspersonal hin zu qualifizieren auf die Anforderungsprofile der Zukunft.

00:41:09: Das führt ein bisschen zu meiner letzten Frage auch wenn Sie einige Dinge dazu eben schon gesagt haben.

00:41:16: aber gleichwohl die Frage wo sehen sie die Thüringer Automobilzulieferbranche in den nächsten vielleicht auch in den in den Nächsten zehn Jahren?

00:41:27: Wenn ich mir die Frage vor zehn Jahren gestellt hätte, dann haben wir damals in der ersten Tiefenanalyse festgestellt dass die Veränderung in den zwanzigerjahren die Transformation der Automobilindustrie in den Zwanzigern kommen wird.

00:41:44: In der sind wir gerade mittendrin in einer Geschwindigkeit stattfinden wird wie sie die letzten hundert Jahre nicht stattgefunden hat.

00:41:51: Das heißt, wir versuchen in zehn Jahren bis zwanzig dreißig eine Veränderung herbeizuführen die zuvor in hundertzwanzig Jahren Schritt für Schritt stattgefunden hat.

00:42:01: Das heißt wenn ich jetzt noch mal weiter in die Zukunft gucke dann sehe ich vor allen Dingen dass die Geschwindigkeit zunehmen wird in der Veränderungen das macht was auch mit der Stressbelastung mit den Menschen mit den Fach- und Führungskräften damit umzugehen in einer Zeit, in der alles immer schneller sich entwickelt.

00:42:23: Was wir jetzt haben ist der KI Impact, das wird ein bestimmendes Merkmal in die gesamte Industrielandschaft hineingehen – in die Arbeitsplätze, Abläufe, Planung, Steuerungen und Datensicherheit.

00:42:40: Das wird also auch Auswirkungen haben.

00:42:44: Jetzt kommen wir zu dieser multipolaren Welt Verwerfungen, das Heidelberger Konflikt-Forschungsinstitut zählt jedes Jahr immer mehr Konflikte weltweit.

00:42:53: Also die Konflikanzahl steigt weltweit damit auch verbundene Unsicherheiten in den Lieferketten Belastbarkeit von Lieferketten und wir werden es sicherlich erleben dass die Welt in drei große Wirtschaftsräume eingeteilt wird Nord Nord- und Mittelamerika, Europaasien.

00:43:09: Und dazwischen werden verschiedene Handelsabkommen, Handelsschranken hängen.

00:43:14: Deswegen wird der Trend zur Lokalisierung, zur Logekontenttrendgebung auch stärker werden.

00:43:22: Bestenfalls gehe ich dort hin in die Zielmärkte, wo die Produkte verkauft werden, dass ich dort mitproduziere um diese Handelsbarrieren zu umgehen.

00:43:30: Das heißt dieser Mix aus dem Umgang geopolitisch weltweit auch Unsicherheiten plus immer größere Geschwindigkeit an der Veränderung, auch durch Einsatz von KI-Technologien.

00:43:43: Das wird die Ertöringerzulieferindustrie zu spüren bekommen und die Frage wird sein welche Unternehmen diesen Wandelwerten stemmen, bewältigen.

00:43:52: Meistern können bei gleichzeitig abnehmender Fachkräfte- und Arbeitnehmerzahl gleichzeitig steigenden Erwartungen an Wertschöpfung und Wohlstand?

00:44:01: Und in dieser Klemme wird man sich bewegen wird man Wohlstand weiter erreichen können, aufbauen können oder wird Wohlstand abnehmen.

00:44:12: Das ist glaube ich die große Frage, die sich auch viele beschäftigt aber auch natürlich Geschäftsleitungen stellen.

00:44:19: Herr Schmelig ganz herzlichen Dank für das Gespräch.

00:44:22: Danke dass Sie hier bei Wirtschaft im Osten dabei waren.

00:44:25: Vielen Dank!

00:44:26: Ich sage auch danke sehr.

00:44:28: Vielen vielen Dank.

00:44:32: Im Netz bei wirtschaftimost.de und auf allen relevanten Kanären.

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