Johann Sebastian Bach - die Marke

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00:00:19: Wirtschaft im Osten.

00:00:21: Der Podcast zur Lage in Ostdeutschland.

00:00:29: Hier klingt der berühmteste Komponist der Musikgeschichte Johann Sebastian Bach Ein Ausschnitt der brandenburgischen Konzerte vom Gewandhaushorchester Leipzig.

00:00:41: Auch Bach hat etwas mit der Wirtschaft dem Osten zu tun.

00:00:44: Er ist seit dreihundert Jahren Botschafter und Marke, Repräsentant und Wirtschaftsfaktor weit über seine Heimatregion hinaus.

00:00:53: Er ist ein internationaler Superstar.

00:00:57: Über seine Popularität, das Geschäftsmodell und die Strahlkraft des großen Komponisten spreche ich mit dem renommierten Bachexperten und Intendanten des Leipziger Bachfestes Prof.

00:01:10: Dr.

00:01:10: Michael Maul.

00:01:12: Er sieht Johann Sebastian Bach als starke nachhaltige Marke aus Mitteldeutschland, Jahrhunderte alt – und noch immer auf Wachstumskurs!

00:01:26: Herzlich willkommen, Herr Professor Maul.

00:01:28: Herzlich Willkommen hier bei Wirtschaft im Osten.

00:01:31: Schön dass Sie dabei sind.

00:01:33: wir sprechen heute über ein Thema was man in dieser Reihe bei Wirtschaft dem Osten nicht sofort erwartet was ja eigentlich dann auch immer gut ist.

00:01:42: Wir sprechen über Johann Sebastian Bach.

00:01:46: Das vermutet und den vermutet man nicht sofort hier Und wir sprechen ausnahmsweise mal weniger über seine Musik, da sind sie der Experte ich etwas weniger.

00:01:57: Sondern wir sprechen mehr über seine Rolle und vor allen Dingen über Bach als Marke.

00:02:03: wenn Sie Johann Sebastian mal nicht als Musiker sondern in Anführung strechen vielleicht als CEO einer Weltmarke betrachten welche Rolle spielt Johann Sebastian Bach?

00:02:17: Ja lieber Herr Brinkscholter gute Frage gleich zum Einstieg und die kann es eigentlich sehr bestimmt damit beantworten.

00:02:25: Es ist eine Marke, die seit dreihundert Jahren in der Welt ist und mit einem Produkt was eben genauso alt ist.

00:02:32: dreihundert Jahre aber heute immer noch wächst ja also eine Wachstumsgeschichte seit ich würde mal sagen also mindestens siebzehnhundertfünfzig dass es das Jahr in dem Bach gestorben ist.

00:02:44: Bach ist tatsächlich heute der prominenteste berühmteste Komponist der Musik Geschichte und man kann auch zeigen, wenn man das versucht so ein bisschen empirisch zu verfolgen.

00:02:55: Er ist auch derjenige, der am meisten rezipiert wird auf die großen Streaming-Plattformen und zwar ganz gleich ob in Deutschland oder in Südamerika oder irgendwo in Asien.

00:03:05: Und damit ist er würde ich jetzt mal sagen eine ganz, ganz starke nachhaltige Marke.

00:03:11: hier aus Mitte Deutschland

00:03:12: Das ist interessanter fällt natürlich sofort die Frage ein In welchem Markenumfeld, in welchem auch wirtschaftlichen Umfeld und vor allen Dingen wenn man die technische Entwicklung anschaut.

00:03:23: Sie haben das angedeutet.

00:03:25: Auch eine digitale Marke.

00:03:28: In welchem Umfeld bewegt sich Bach da heute in diesen Zeiten?

00:03:33: Also er bewegt es sich natürlich erst mal ganz klar sozusagen auf dem Feld der klassischen Komponisten, die ja auf verschiedenen Feldern praktisch ihr Produkt heute noch ausspielen.

00:03:46: Da gibt es einerseits natürlich das Live-Konzerterlebnis, da kann man sicherlich auch zeigen dass Bach einer der am häufigsten musizierten ist also der Menschen durch seine Musik ins Konzert spielt.

00:03:57: er braucht dafür natürlich Mittelspersonen also Musikern die ihn musizieren.

00:04:02: aber da ist er... Das ist das eine Umfeld.

00:04:05: also er führt sozusagen das Konzertprogramm mit an, also einer der meisten gespielten Komponisten.

00:04:12: Das gleiche ist dann natürlich die Verwertung auf dem Tonträkermarkt, auf dem Streaming-Markt jetzt moderner gesprochen.

00:04:22: Also auch das ist sozusagen seine Kannenkompetenz, also Musik zu spielen, die die Leute erfreut.

00:04:33: Es gibt aber glaube ich noch weitere Plattformen wo er eine Rolle spielt als als Persönlichkeit auch.

00:04:40: Also mal ein Beispiel, wir hatten jetzt vor anderthalb Jahren in der ARD am achtzehnten Dezember beschlossen den Weihnachtsfilm des Jahres eben in Johann Sebastian Bach zu investieren.

00:04:55: das war dann ein Film der am Ende fünfmal mehr Menschen erreicht ist und er erfolgreichste.

00:05:00: Mittwochabend filmen im ganzen deutschen Fernseher, und da war es ja, würde ich mal sagen eine Mischung aus dem Mensch der Biografie und natürlich der Musik das Weihnachtsoratorium was jeder kennt hier in Deutschland.

00:05:18: Was dann auch Menschen an die Mattscheibe gelockt hat.

00:05:23: also ich glaube das sind so die Felder.

00:05:26: natürlich könnte man jetzt noch irgendwie zusätzliche Schauplätze aufmachen Bach als merchandise Produkt.

00:05:33: Das sind aber alles, glaube ich.

00:05:34: Also sehr viel kleinere Felder.

00:05:37: Das Kernprodukt ist schon die Musik in den unterschiedlichen Kontexten wo sie erklingen von der Konserve und live.

00:05:44: Nehmen wir live, das ist ein gutes Stichwort.

00:05:47: Ein analoges Datum.

00:05:52: Sie sind seit vielen Jahren mittlerweile Intendant des Bachfestes Leipzig Das fest lockt.

00:05:57: jedes Jahr bis siebzig-fünfundsiebzig tausend Besucher mindestens nach Leipzig Aus vielen Nationen vierzig fünfzig Nationen nach Leibzig kommen.

00:06:12: Das ist auch ein Stück der Marke.

00:06:15: Ja, absolut.

00:06:16: Also mein hier zeigt sich ja am Bachfest eigentlich im Besonderen wie stark die Marke-Johann Sebastian Bach ist also die Grundidee, die hinter dem Bachfest steht was es übrigens seit nineteen neun neunzig als ein jährliches Festival gibt.

00:06:31: das war damals eine Entscheidung des Leipziger Stadtrats weil man daran glaubte, dass die Marke Bach so stark ist, dass sie Leute und zwar Touristen also touristische Gäste nach Leipzig lockt.

00:06:43: Warum nach Leibzig?

00:06:44: Weil einfach mal in Bach die letzten siebenundzwanzig Jahre und damit eigentlich nicht die meiste Zeit seines Berufslebens in Leipzig verbracht hat und weil eben auch die Orte für die er hier in Leibzig komponiert hat weit gegen Kirchenmusik Die Thomas-Kirse und die Goliä-Kürse eben heute noch stehen.

00:07:01: Und die Idee war, dass man wenn man ein Festival jetzt veranstaltet an dem Originalort in den an den originalen Städten wo Bach das vor zweihundertfünfzig dreihundert Jahren eben alles damals aufgeführt hat, komponiert hat, dass das eben im besonderen diese starke Marke Bach oder die Stärke der Marke Bach ausspielen würde, weil wir unterstellt haben das eben Menschen, die eine besondere Beziehung zu Bach haben und die gibt es überall auf der Welt.

00:07:29: Eben dieses Alleinstellungsmerkmal von Leipzig erkennen und sich dann sagen okay ich bin jetzt hier in gedrungener Form innerhalb von zehn elf Tagen ein Festival gemacht wird mit einem tollen Programm den Lohns für mich nach Leipzig zu kommen.

00:07:43: Und tatsächlich diese Hoffnung hat sich eingestellt.

00:07:51: Ich begann übrigens damit, weil damals ein Jubiläum bevorstand.

00:07:56: Also das Jahr zweitausend war ein Bachjahr.

00:08:01: dann gehen, weil es eben der zweieinundfünfzigste Todestag war und da wollte man eben in Leipzig gut aufgestellt sein hat sehr viel Geld in das Bachfest erst mal gegeben um da im Grunde genommen eine Infrastruktur zu entwickelnden passendes Marketing, was eben auch wirklich global irgendwie die Bach-Community erreicht.

00:08:20: und wir hatten das zweitausende Bachfest eigentlich ein sehr erfolgreiches.

00:08:24: Danach hat man allerdings die öffentliche Forderung erstmal deutlich runtergefahren mit dem Effekt dass dann auch das Bachfest erst mal wieder deutlich kleiner wurde.

00:08:33: und jetzt kann man aber wenn man eben wirklich mal schaut also von zwei tausend eins bis heute ist es eine Wachstumsgeschichte.

00:08:39: ich glaube Da muss man lange suchen auf dem Feld der klassischen Musik, und zwar weltweit mit so einer Wachstumsgeschichte auch als Festival.

00:08:51: Wir haben in so einem Bachfest vielleicht fünfzehntausend Tickets verkauft.

00:08:58: Hinzu kamen dann immer noch die Besucher der vielen kostenfreien Veranstaltungen, die wir anbieten, sodass man da irgendwie was von vierzig oder fünfzigtausend sagen konnte.

00:09:07: Allerdings hatten wir da eben Ticketumsätze von, sagen wir mal, dreihundert, vierhunderttausende Euro.

00:09:12: Heute liegen wir bei ca.

00:09:16: zwei Millionen Umsatz Die Zahl der verkauften Tickets beinahe vor vierfach und wir haben inzwischen Gäste aus über fünfzig Ländern, die auch wahnsinnig lange in Leipzig bleiben.

00:09:32: Wir haben das Glück!

00:09:35: gute Übersicht über darüber wer zu uns kommt und zwar auch innerhalb der letzten zwanzig Jahre, weil wir einfach das Glück haben dass einer unserer führenden Mitglieder in unserem Freundeskreis eine große Marktforschung hat.

00:09:47: Und deswegen haben wir wirklich über die Jahrzehnte sehr genau abgefragt wer unsere Gäste sind und können eben auch dann beziffern ganz klar Wie lange bleiben unsere Gäste, wie oft übernachten die?

00:09:59: Was geben sie hier an Geld zusätzlich aus neben den Konzerttickets.

00:10:04: Also wir können im Grunde genommen mit diesen Daten auch so eine Art Umweg-Rentabilität berechnen und da fängt man eben wirklich an zu staunen und merkt, wie stark eben auch dann diese Marke Bach reinwirtschaftlich ist.

00:10:16: also was das eben dann am Ende eben auch diese ZNL-Festival Tage der Stadt der ganzen Regionen bringen.

00:10:23: Das heißt die Stadt und die Region profitiert, profitieren wirtschaftlich, monetär finanziell.

00:10:31: Aber natürlich auch als Standortfaktor.

00:10:36: Wie kann man das?

00:10:37: Haben Sie das gemessen?

00:10:39: Welche Resonanzen haben sie da im politisch-gesellschaftlichen Raum um gerade Ihr Festival in Zukunft weiterzuentwickeln mit Support?

00:10:52: Also da wissen wir schon relativ viel und ich sehe genau wie sie diese beiden Felder.

00:10:56: also zum Eingipst sozusagen die harten wirtschaftlichen Zahlen.

00:10:59: Und um ihn damals so ein bisschen im Begriff zu machen, also wir wissen inzwischen dass unsere durchschnittlichen Gäste sechs Komma neun Nächte beim Bachfest verweilen und auch eben achtundneinzig Prozent der Gästen ausdrücklich wegen des Bachfestes kommen.

00:11:14: Das ist ja mehr als zu anderen Anlässen.

00:11:19: Vor allem muss man sich da mal klarmachen, natürlich ist jemand wie RB Leipzig auch ein totaler Standortfaktor.

00:11:26: aber wenn da das Champions League Spiel ist und keine Ahnung die Fans des englischen Clubs oder des spanischen Clups kommen dann fliegen sie in aller Regel irgendwie nachmittags ein und wenn es ganz blöd kommt reisen die noch in der Nacht wieder ab mit einem extra gecharterten Flieger.

00:11:43: Das heißt, da bleibt jenseits des Stadions relativ wenig in der Stadt.

00:11:47: bei uns bei diesen sechs Kommaneuenechten im Schnitt geben die Leute pro Person neunzig Euro für das Hotel aus.

00:11:55: dann muss man sich die ganze Gastronomie noch dazu vergegenwärtigen.

00:11:59: also kommt einiges zusammen und zugleich das merken wir eben auch ist das Bachfest jetzt in den weichen Fakten aber eben den auch dem Renommee der Stadt und der Bekanntheit der Stadt helfen.

00:12:18: Also wirklich wertvoll, vielleicht ein eher trauriger Aspekt man muss ja sagen also in den letzten zehn, fünfzehn Jahren hat er Ostdeutschland im speziellen Sachsen durchaus von sich reden gemacht und nicht nur immer mit positiven Schlagzeilen.

00:12:33: Ja, Sie haben das gemerkt, so seit den Pä-Gida Bewegungen die da in Dresden startete, da gab es irgendwann einen großen Bericht in der New York Times, da kriegten wir dann auch durchaus plötzlich Anfragen von unseren internationalen Besuchern damals ganz viele Amerikaner mit jüdischen Wurzeln, die uns dann wirklich E-Mails schickten und sagten können wir uns noch nach Leipzig trauen!

00:12:58: Also da kriegt man Angst, wenn man so etwas hört.

00:13:03: Aber eben zum anderen ist es tatsächlich so das Signal was vom Bachfest ausgeht senkt auch ein bisschen mit meiner Programmphilosophie zusammen ist dass eines Festivals was maximal weltoffen ist und versucht eben an diesen elf Tagen eine Plattform zu bieten wo jedermann und jede Frau die einen Besonderes Verhältnis zu Bach hat die Chance, erstens eben die ganz großen tollen Namen, die man mit Bach verbindet musizieren zu hören.

00:13:33: Aber wir gestalten das Ganze auch sehr interaktiv.

00:13:36: also mir ist wichtig eine große Nähe zwischen Interpreten Festivalmachern und Publikum zu haben.

00:13:43: Wir geben auch durchaus dann auch so semi-professionellen oder amateur Ensembles ganz gleich, wo sie herkommen eben auf die Chance hier aufzutreten.

00:13:52: vielleicht nicht abends um achtet der Thomas Körse aber tagsüber geht da was und deswegen haftet uns eigentlich dieses Label einer eines ganz vibrierenden weltoffenen Festivals an.

00:14:04: und da können Sie sich vorstellen dass gerade die Politik durchaus sehr, sehr froh ist das Bachfest zu haben.

00:14:12: Und zwar jetzt nicht nur die Leipziger sondern auch die Dresdner Landespolitik weil es ja eben genau diese Schlagzeilen hier aus der Region braucht.

00:14:21: Herr Prof.

00:14:22: Mausik gelten ja als einer der führenden Bachexperten.

00:14:25: auch als Wissenschaftler sind viel im Ausland gewesen und unterwegs.

00:14:31: was bekommen sie dafür für eine Resonanz auf die Figur?

00:14:35: Auf den Komponisten in seiner Rolle auch, Johann Sebastian?

00:14:41: Also will ich Ihnen mal zwei kleine Annek Dötzschne erzählen.

00:14:44: Also zu meinen... Ich habe im Zweisemester einen Gastprofessor gehabt an der Johns Hopkins University in Baltimore.

00:14:53: Das ist ein Teil davon, das ist sogenannte Peabody Institute.

00:14:56: Das sind die älteste amerikanische Musikhochschule und dort hab' ich unterrichtet.

00:15:01: Und das war eigentlich überhaupt in meinem Leben die erste längere Zeit wo ich mal nicht in Leipzig war.

00:15:06: Ich bin ein gebürtiger Leipziger, hab ja auch weitgehend studiert und natürlich wächst man als Leipzeger mit Bach auf und weiß dass der irgendwie eine starke Marke ist.

00:15:18: aber dennoch ist es total augenöffnend erhellend im Grunde genommen die Perspektive zu wechseln Und gerade in diesem Jahr in den USA sei das dort an der Musikhochschule selbst da mit meinen Studierenden bei den vielen Vorträgen, die ich dort also quer durch das Land gehalten habe.

00:15:38: Immer in dem Augenblick wo ich sagte, ich bin aus Leipzig, dann guckten sie mich an und sagten oh the city of J.S.

00:15:45: Bach ja oder... Also wenn überhaupt kein musikalisches Kenntnis da war, hat es dann meistens mit AB Leipzig geklappt sozusagen als Synonym für Leipzi aber tatsächlich.

00:16:02: Also diese Verbindung, die ist einfach da.

00:16:05: Spätestens wenn man den Namen Bach äußert und jemand nicht weiß was Leipzig ist, dann kann er irgendwie etwas mit dem Ort verbinden.

00:16:17: Und das hat mich sehr beeindruckt.

00:16:20: überhaupt stelle ich fest also ich bin ja jetzt neben meiner Arbeit als Intendant hier für das Festival vor Ort eben wirklich viel weltweit unterwegs weil ich auch viel zu anderen Festivals eingeladen werde zu Vorträgen und so weiter.

00:16:33: Klar bewegt man sich dann natürlich auch immer in so einer Musik, klassischen Musikblase.

00:16:39: aber da ist wirklich ein ganz großer Respekt eine große Neugier da auf die Musikstadt Leipzig weil jeder der sich ein bisschen mehr mit Musik auskennt der weiß eben Also, wenn man das als Leipziger erst mal wirklich mitkriegt, dass da eben weit weg hier von Mittelein Deutschland plötzlich die Augen anfangen zu leuchten.

00:17:12: von Leipzig erzählt.

00:17:13: Und die Leute einem dann sagen, Mensch das wäre mein Traum mal herzukommen und eben dass alles fort zu erleben hier die Musik zu hören, die man mit dem Ort so verbindet.

00:17:23: Dann wird man plötzlich glaube ich auch mutig im ganzen eigenen Plan weil man denkt okay wir haben ja einfach durch unsere große Geschichte ein Erbe in die Wiege gelegt bekommen was tatsächlich heute noch als Magnet wirkt.

00:17:36: Das ist glaube ich ein riesengroßes Geschenk.

00:17:42: selbstbewusst umgehen sollten, nicht selbst zufrieden.

00:17:45: Also eine reine Nabelschau nutzt auch nichts.

00:17:48: Aber das was wir da in die Wiege gelegt bekommen haben ist eben ein ganz ganz klares Alleinstellungsmerkmal gerade in Sachen Johann Sebastian Bach.

00:17:58: und es kommt ja auch noch etwas hinzu wo ich auch sagen muss jetzt als einer der inzwischen weiß ich nicht bestimmt hundertfünfzig Festivals überall auf der Welt gesehen hat Wir haben in Leipzig auch ein großes Glück, dass so viel natürliche historischer Substanz noch da ist.

00:18:19: Aber was die Leute eben auch wahnsinnig lieben, die dann einmal hier gewesen sind dieser sehr kompakte Innenstadt wo man sich praktisch frei bewegen kann, wo kaum Autoverkehr ist kurze Wege, alles fußläufig erreichbar.

00:18:35: Also da geht wirklich... also jedem Amerikaner oder jeden Asiatten geht dann die Augen über.

00:18:40: Die sind einfach begeistert dass sie im Grunde genommen zehn Tage zu Fuß unglaublich viel erleben können.

00:18:47: auf engsten Raum Übernachten auch alle so im erweiterten Innenstadtbereich.

00:18:51: Da haben wir inzwischen als Leipzig eine wirklich tolle touristische Infrastruktur die es eben auch erlaubt groß zu planen und das alles zusammen sind wunderbare Umstände.

00:19:04: Lassen Sie uns nochmal einen Blick zurückwerfen auf Johann Sebastian Bach seine Rolle damals in der Stadt, in der Gesellschaft hier in Ost-, Mitteldeutschland.

00:19:20: Bach war ja zu Lebzeiten kein Superstar.

00:19:23: eigentlich richtig bekannt geworden ist er erst viele Jahre später, achtzig Jahre später oder so.

00:19:30: Er war Beamter.

00:19:35: Wann ging das los und womit, mit seiner internationalen Karriere aber vielleicht noch davor?

00:19:42: Was war die Marke?

00:19:45: an der Marke konnte man mutmaßlich damals noch nicht sprechen.

00:19:48: er war Komponist, er war Lehrer Ausbilder.

00:19:51: Man kannte ihn in der Stadt.

00:19:52: Aber welche Rolle hatte er darüber hinaus?

00:19:55: also ich sage mal aus über Mitteleutschland Über die Städte wo er geboren aufgewachsen gelingt.

00:20:02: Hat Köthen Weimar?

00:20:03: Ja,

00:20:04: also man kann sagen dass Bach erst mal einen ersten Ruhm hatte und den hat er sich schon erarbeitet lang bevor er Leipzig betreten hat.

00:20:14: Nach Leipzig kommt er in seinem thirty-sehnten Lebensjahr.

00:20:17: Geboren ist er sechzehnfünfundachtzig in Eisenach und der hat im Grunde auch die ersten dreißig Lebensjahre in Thüringen verbracht und zwar mit einem Ziel zunächst in seiner Karriere.

00:20:28: Er wollte ein ganz hervorragender Orgel, Spieler, Tasten virtuose werden.

00:20:35: Und da muss man sagen aufgrund bestimmter Begebenheiten.

00:20:40: in seinen zwanziger Jahren hatte er sich ganz schnell in Thüringen aber auch darüber hinaus im Mitteldeutschland oder überhaupt in dem protestantischen Deutschland bis Hamburg hoch also den Beruf erarbeitet eigentlich des genialsten virtuosesten Tasten virtuosen den damals deutschland hatte.

00:21:02: also ich glaube wenn man damals sagen wir mal Im jahr siebzehn oder treiundzwanzig dass es dann das ja in dem wach thomas kantow wird Irgendwo in der in der fußgängerzone in berlin oder in hamburg oder in frankfurt die leute gefragt hat wer sie an sebastian wach Dann hätten viele wahrscheinlich geantwortet.

00:21:20: Das ist doch dieser berühmte orgel virtuose.

00:21:23: da gab's zum beispiel Eine berühmte Begegnung im Jahr seventeen oder siebzehn wurde einmal auf Dresden eingeladen.

00:21:30: Da war ein sehr arroganter französischer Pariser Organist zu Gast, der dort meinte, er demonstrieren so wollen dass er einfach der Beste von allen ist.

00:21:40: und da haben die Dresdner virtuosen den Bach eingelaten ganz schnell und haben gesagt Mensch komm hierher du musst mal dem diesem Louis Marchand zeigen wo musikalisch der Hammer hängt.

00:21:50: und da wird also ein Duell arrangiert dass dann wahrscheinlich gar eine Stadt gefunden hat, weil dieser Marschank dann kurz bevor es los ging offenbar aus Vorscht abgereist ist.

00:22:01: Aber solche Geschichten waren in der Welt und die haben wirklich seinen Ruhm begründet.

00:22:07: Diese siebenundzwanzig Jahre Thomas Kantorat wo er dann wirklich hier in Leipzig als der städtische Musikdirektor vor allem dafür zuständig war das Sonntags im Gottesdienst für die Stadt auch repräsentative prächtige Kürzenmusik war, gar nicht mal so sehr auf der Orgel sondern eben wirklich mit Instrumenten und mit dem Tomahner Chor.

00:22:30: Inwiefern diese Musik damals in den siebenundzwanzig Jahren schon sein Ruhm überleibt sich hinaus als Vokalkomponist bekannt gemacht hat?

00:22:41: Das ist sehr fraglich weil die großen Namen auf diesen Feldern, die hießen Georg Philipp Telemann, der galt eigentlich als der berühmteste deutsche Musiker seiner Zeit oder vielleicht hätte man Georg Friedrich Händel gesagt, weil er von dem wusste der es war ein Mitteldeutschland geboren aber hat auch mal als einer der wenigen deutschen Musiker in dieser Zeit auch außerhalb Deutschlands Karriere gemacht erst in Italien.

00:23:04: Aber dann für die Großteil eines Lebens in London.

00:23:07: also Bach haftete bis zuletzt vor allem der Ruf an des wirklich erlesenen Klavier virtuosen und das hat dann nicht mehr erlebte.

00:23:20: bestimmt, weil Bach hatte viele Söhne die allesamt auch ganz berühmte Musiker wurden und der hatte doch vielmehr Schüler.

00:23:27: Die tolle Stellen überall im Land hatten und die haben dafür gesorgt dass Stücke wie zum Beispiel das Wolkenbärerte Klavier also diese berühmtem Sammlung aus Präludien und Fugen durch alle Tonarten obwohl sie nicht gedruckt waren handschriftlich überall kursierten ja und genauso auch die Orgelwerke Im Gegenteil, die Vokalmusik, also Stücke wie die Matthäus-Passion des Weihnachtsortdorium oder die Kantaten.

00:23:55: Das war vergessen gar nicht mal so sehr weil vielleicht die Musik als unmodernen Galt sondern schon das Zeitalter der Aufklärung hatte völlig andere Ästhetiken entwickelt was die Texte von Kirschenmusik betraf und deswegen wäre dann niemand in den siebzen, siebziger, neunziger Jahren auf die Idee gekommen so ein Stück wie die Matthäus-Passion oder das Weihnachtsohrautorium was ja zum großen Teil Barockel Lyrik erpräsentiert aufzuführen.

00:24:23: Und das ergibt sich dann eben wirklich erst so in den achtzehnzwanzigertreißiger Jahren.

00:24:27: man wird neugierig was eben dieser Bach jenseits der Klaviermusik hinterlassen hat.

00:24:32: Da war relativ wichtig, dass im Jahr eighteenhundert so eine erste Bachbiografie erschienen war.

00:24:38: Übrigens ein ganz geschickter Marketing-Schachzug.

00:24:42: Im Jahr eighteen hundert hatte er einen Leipziger Notenverlag Hofmeister und Kühnel das erste Mal versucht alle Klavierwerke von Bach herauszugeben.

00:24:52: Und um den Bach noch bekannter zu machen haben sie Ein Göttinger Musikgelerb, Johann Nikolaus Forkel beauftragt eine Bachbiografie herauszugeben.

00:25:07: Um einfach neugierig auf diesen Komponisten zu machen und die wurde eben von dem gleichen Verlag schön propagiert und gut verkauft.

00:25:16: Und dann merkt man das wirklich.

00:25:18: von Jahr zu Jahr wird die Welt neugieriger auf diesem Wach.

00:25:21: und dann war halt ganz maßgeblich im Jahr achtzehn neunzwanzig.

00:25:24: In Berlin kommt es ja zu dieser ersten Aufführung, Wiederaufführungen der Matthäus-Passion unter der Leitung des neunzehnjährigen Felix Mendelssohn Bartoldi.

00:25:32: Ganz geschickt und gerührt in dieser Berliner Singer Akademie sitzt damals wirklich geschlossen das deutsche Musik für Hötungen Und die berichten alle!

00:25:41: Das bringt so eine Lawine in Gang und dann kommen also immer mehr Fürsprecher, die sagen Mensch diese Musik Wir haben das total unterschätzt, was die für eine Stärke hat.

00:25:52: Wer weiß, was da noch alles von diesem Bach dar ist?

00:25:54: Wir müssen diese Werke jetzt überhaupt erst mal ermitteln, die da irgendwo in meiner Skripte noch schlimmer sind.

00:25:59: Wir müssen eine erste Gesamtausgabe machen.

00:26:02: Das passierte aber aus den Fünften bis zum letzten Jahrhundert.

00:26:05: Dann waren die Werke plötzlich gedruckt und das hat dann wirklich restlos die Lawine in Gang gebracht.

00:26:10: Und zwar sukzessive weit über Deutschland hinaus immer mehr global – eine unglaubliche Erfolgsgeschichte!

00:26:18: Im Grunde die Startphase damals.

00:26:21: zu der Rolle, die Bach heute spielt.

00:26:23: Absolut!

00:26:24: Und vor allem ist dann eben auch zu sehen dass sehr schnell eben auch andere Nationen auf diesem Bach aufmerksam werden und wir haben ja heute viel so diese Debatte.

00:26:37: Kolonialismus.

00:26:38: ist es vielleicht so gewesen das dann einfach die Deutschen oder die Europäer Außerhalb von Europa seitdem es in Afrika oder in Asien irgendwie den dortigen Einwohnern praktisch die europäische Kultur übergestülpt haben.

00:26:56: Das mag bei Bach hier und da auch so gewesen sein, aber wenn man sich das genau anschaut ist ganz erstaunlich zum Beispiel in den dass so die Zeit, als man sich in Japan plötzlich öffnet.

00:27:09: Japan hat es sich ja wirklich jahrhundertelang abgeschottet und ein Gen-Dia gezielt auch nach Europa und überlegen sozusagen was sie importieren nach Japan also praktisch nicht durch irgendwie Europäer, die da hinkommen sondern... ...Japan ganz bewusst sagt das ist etwas.. Das finden wir auch gut und das wollen wir und um neunzehnhundert adoptieren die Johann Sebastian Bach.

00:27:35: Das ist unglaublich.

00:27:36: Und wenn man sich eben heute anschaut, was da in Japan für eine breite Bachpflege aber auch für ein großes Bachverständnis da ist und das hat absolut also nichts mit Kolonialismus oder so zu tun die betrachten wirklich den Bach als Teil ihrer eigenen Kultur.

00:27:53: Unglaublich!

00:27:57: Ich will nochmal Herr Professor Maul zurückkommen auf einen wirtschaftlichen Ast.

00:28:03: Auch was das Festival betrifft, das Bachfest des Bacharchiv ist ja eine stetische Veranstaltung.

00:28:16: Sie haben das angedeutet in den auch in den zweitausender Jahren die Zeitung das Festival sozusagen so zu... etablieren und als Standortfaktor auch zu entwickeln.

00:28:30: In Punktesponsoring mit Senatentum, wie ist da die Unterstützung für Bach auch für das Fest aus der Mitte der Gesellschaft?

00:28:42: Ja also vielleicht nochmal präzisieren, dass Bach-Archiv am Thomas Kirschhof im Bosa aussitzend ist eben die Eingrichtung, die tatsächlich im Auftrag des Stadt Leipzig das Bach fest veranstaltet.

00:28:54: Das passt insofern sehr schön, weil einfach das Bacharchiv seit seventy-fünf Jahren existiert im Kern erst mal ein Forschungsinstitut ist was eben über viele Jahrzehnte die Werkebachs herausgegeben hat auch heute ihn noch in allen Aspekten erforscht aber dann eben verschiedene Schaufenster zur Welt hat.

00:29:15: Das ganze Jahr über das Bachmuseum wo man jeden Tag hingehen kann aber eben an diesen elf Festivaltagen im Juni das Bachfest Das Bacharchiv an sich ist Stadtlandbund finanziert.

00:29:27: Gehört dazu diesen sogenannten kulturellen Leuchttürmen in Ostdeutschland, aber tatsächlich das Bachfest ist im Kern, was jetzt die öffentliche Förderung betrifft... von der Stadt Leipzig finanziert und ein bisschen was kommt noch vom Land, aber tatsächlich der ganze Rest da müssen wir halt sehen dass wir eben einerseits natürlich durch die Tickets ordentlich etwas einnehmen.

00:29:48: Da sind wir ziemlich vorbildlich für den Sektor klassische Musik.

00:29:51: also wir machen tatsächlich fünftig bis fünffünfzig Prozent unseres Gesamte Tars, der sogar bei knapp vier Millionen liegt Über die Tickets, das ist wirklich viel.

00:30:01: Also im stehenden Häuser, wenn sich das Opernaus anschaut oder das Gewandhaus aber auch woanders, die liegen meistens so bei achtzehn bis zwanzig Prozent ja also bei uns fünfzig bis fünffünfzig Prozent.

00:30:13: Wir haben traditionelle Sponsoringpartner hier in Leipzig schon seit vielen Jahren zum Beispiel unseren Hauptstuber und so Die Sparkasse.

00:30:23: da sind wir sehr froh.

00:30:25: Das ist eine sehr feste Partnerschaft, die Sparkasse ermöglicht uns auch seit wirklich jetzt zwei Jahrzehnten dass wir eben bestimmte Formate haben wo man ein bisschen aus der Bachbabel rauskommt.

00:30:37: Am ersten Wochenende haben wir auf dem Leitziger Marktplatz diese Bach-Stage stehen also eine große Open Air Bühne wo dann drei abendelang Bach Crossing Borders demonstriert wird.

00:30:48: Bach ist ja wirklich auch der Komponist der wie kein anderer die musikalischen Genre Grenzen überwunden hat.

00:30:54: es gibt Jazzer, Rockmusiker, sonst welche die sich alle auf Bach berufen und das zeigen wir immer sehr schön auf der Bühne.

00:31:02: Also wir haben klassisches Sponsoring, haben wir Partner in der Region wobei dann muss ich auch sagen es sind mal durchaus die üblichen Verdächtigen.

00:31:12: also die Sparkasse als Hauptsponsor ganz toll.

00:31:15: Wir haben hier in Leipzig seit einigen Jahren jetzt dabei die Leipzigergruppe den örtlichen Hauptversorger, der uns auch sehr hilft.

00:31:22: Diese Reihe Bach für uns die sich ein Familien an Schüler und Kinder richtet auf die Straße zu bringen.

00:31:30: wir haben auch so kleinere Leipziger Firmen diese wirklich seit Jahren schon unsere also neue Partner sind für einzelne Formate.

00:31:39: da fällt mir zum Beispiel einen die ACL GmbH die sitzt im Süden Leipzig Computertechnik für Krankenhäuser, für Intensivstationen und die sind auch beim Gewandhaus zum Beispiel aktiv.

00:31:54: Also da haben wir tolle Partner wobei ich sagen muss dieses klassische Sponsorigen schon mal also jetzt bei Bach bei so einer wirklich Weltgröße.

00:32:03: da könnte man ja jetzt erwarten dass im Grunde genommen die großen Firmen Schlange stehen.

00:32:08: das fällt uns tatsächlich nicht ganz leicht weil wir oft hören Zum Beispiel, wenn ich mich an BMW wende oder wenn ich mir einen anderen großen Produktsfirmen wende und sage Mensch, ist der berühmteste Deutsche vielleicht neben Luther und Goethe.

00:32:30: Wollte nicht was mit uns zusammen machen?

00:32:32: Ist oft die Devise bei größeren Kultursponsoringen nur am Firmenstandort.

00:32:38: Und da ist es dann natürlich in Leipzig ganz schnell schwierig.

00:32:42: die großen Firmen, die dann am Ende wirklich auch hier sitzen... sind leider sehr wenige.

00:32:50: Also ich bühre mich da.

00:32:51: zum Beispiel haben wir dieses Jahr im Bach fest eine sehr schöne Kooperation mit der Lufthansa.

00:32:57: Die Lufthaansa hat ein eigenes Orchester, es sitzen ganz viele Piloten drin und die werden musizieren mit einem Festivalchor den wir immer kreieren wo wirklich Leinen aus der ganzen Welt also von Sydney bis Lima Washington, dann zusammenkommen und innerhalb von fünf Tagen ein Chor werden.

00:33:14: Und die werden praktisch mit den Luftseinserleuten zusammusizieren.

00:33:19: Ich bin da ganz gut insofern vernetzt als ich seit einigen Jahren zu diesem Preis der Partner-Unternehmer Gespräche gehöre und deswegen da schon die eine oder andere Partnerschaft bauen kann.

00:33:29: Aber trotzdem muss ich sagen also da ist Luft nach oben.

00:33:32: Was sind wir uns gegen wirklich exzellent gelingt?

00:33:35: Also da muss sich jetzt uns wirklich mal loben.

00:33:38: Also wir haben sehr bewusst vor fünf, sechs Jahren überlegt wie können wir ein Modell hier in Leipzig für das Bachfest nutzbar machen was ich v.a.

00:33:52: in Amerika kennengelernt habe.

00:33:54: also wenn man sich dort anschaut wie große Orchester funktionieren die Opernhäuser funktionieren dann muss man sagen der Großteil des Geldes und sei das tatsächlich irgendwie Stiftungsvermögen oder eben auch das, was man braucht um einen Spielplan im Jahr durchzubringen kommt von Private Donors also von privaten Förderern.

00:34:18: Und da ist man extrem gut in Amerika.

00:34:20: meistens hat dann so ein Konzertehaus wirklich mit zwanzigköpfige Abteilungen die im Grunde nur dieser Art von Fundraising betreibt Private Förderer finden, die auch pflegen.

00:34:33: Das ist ja genauso wichtig und das geht ja manchmal dann so weit dass eben da nicht nur jetzt jährliche Spenden geleistet werden sondern vielleicht auch irgendwann in Testamenten plötzlich große Summen vermacht werden.

00:34:46: Und hier habe ich für mich oder für uns den Vorteil erst mal gesehen Dass wir hier nicht mit knallharten wirtschaftlichen Argumenten kommen müssen, um einen potenziellen Förderer zu überzeugen.

00:35:00: Sondern eben auch die Leute mit Emotionen packen können und mit dem Umstand dass sie ja offensichtlich was vor Bach übrig haben.

00:35:07: deswegen kommen Sie vielleicht ohnehin schon zum Bach fest.

00:35:10: wenn wir jetzt aber sozusagen ein Modell entwickeln wie wird diejenigen die bereit sind uns noch ein bisschen mehr zu geben um die Gesamtqualität des Festivals zu erhalten, vielleicht auch um die Preise jetzt nicht ins Ultimo steigern zu müssen vor allem.

00:35:24: Aber dieses eben leisten können ein bisschen mehr zu geben und dafür dann vielleicht ein bisschen besser noch behandelt werden das könnte funktionieren.

00:35:31: wir haben also im Jahr zwei tausend zwanzig aufgestellt einen einen Fördererförderer Kreis wir nennen den Bachfest Patrons oder Patrone.

00:35:41: Patrons funktioniert halt international und da haben wir uns unterschiedliche Kategorien überlegt machen ja viele Häuser so, wobei wir die wirklich sehr fokussiert haben darauf dass sie wirklich Leute ansprechen die ich schon irgendwie in gewisses Verhältnis zu Bach habe.

00:35:57: Die Kategorien heißen da nicht Bronze, Silbergold sondern man steigt ein in der untersten Kategorie als Organist.

00:36:04: Die zweite Kategie ist der Erkantur, die dritte ist der Kappelmeister, die vierte ist der Direktor Musizes und das sind alles praktisch Funktionen die Bach hatte.

00:36:16: Also der Organist, der muss uns im Jahr spenden mindestens fünfhundertfünfundsechzig Euro als Spende wirklich.

00:36:24: Und fünfundhundert fünfhundsechszig ist zwar ein Unrunderbetrag aber jeder baryaler weiß Bachwerkeverzeichnungsnummer Nummer fünfhundert fünhund sechzig ist sein berühmtestes Orgelwerk, nämlich die Demoltokata kennt jeder.

00:36:38: Der Kantor, der muß im Jahr tausend siebhundert zwanzig plus Das sind nämlich die Rahmendaten von Wachs Thomas Kantorat.

00:36:50: Und das geht hinauf bis zum Direktor Musizis ab.

00:36:54: vierundzwanzigtausend Euro im Jahr.

00:36:56: und da sind wir also tatsächlich jetzt nach sechs Jahren immerhin schon bei fast einhundert Mitgliedschaften, das sind teilweise Paare, also wir kommen so auf hundert dreißig Personen, die uns jetzt schon zusätzlich eben zu den übrigen Mitteln Zweihundert, zwanzigtausend Euro im Jahr spenden und kaufen natürlich zusätzlich ihre Karten noch.

00:37:22: Und da muss ich sagen das ist wirklich eine tolle Wachstumsgeschichte die sich auch immer mehr beschleunigt.

00:37:28: und mein Ziel ist es also ich sage mal schatzhaft als wenn uns gelingt das gut aufzustellen dann ist das auch unsere Überlebensversicherung für die Zukunft weil natürlich politische Diskussionen immer kurzfristige sind.

00:37:41: Wir können uns nicht beschweren, wie uns die öffentliche Hand unterstützt und fördert und das ganz maßgeblich aber ob das wirklich alles so selbstverständlich noch sein wird in fünf oder zehn oder in zwanzig Jahren.

00:37:53: wir müssen schon zu einem verursachungsgerechteren Finanzierungsmodell noch kommen.

00:37:59: und tatsächlich also das gelingt uns sehr gut.

00:38:01: und man noch als Beispiel Bachfest-Patreon, den wir hatten.

00:38:07: Also der da schon gleich im Jahr ist, das war eine Japanerin.

00:38:12: Der zweite war ein US-Amerikaner.

00:38:15: und tatsächlich wenn man sich heute diese Liste anschaut die der in Jetwet'n Programmheft überall abdrucken dann sieht man es spiegelt wieder die Internationalität des Bachfests und das ist auch unsere große Chance.

00:38:28: eben weil wir dieses internationale Publikum haben dass auch gewohnt ist dieser Art von Kultur Förderung zu betreiben, haben wir da vielleicht gegenüber jetzt Kulturinstitutionen die jetzt rein weg auf das lokale regionale Publikum setzen und setzen müssen einen großen Vorteil den wir ausspielen müssen.

00:38:52: Jetzt habe ich schon eine ganze Reihe von Dingen dargestellt, was die Zukunft der Marke angeht.

00:39:00: Wir wollen hier natürlich bei Wirtschaft im Osten nicht verschweigen Sie sind seit vielen Jahren ein sehr profilierter selber Podcaster.

00:39:10: sie macht beim Mitteldeutschen Rundfunk eine Podcast-Reihe zu Bach.

00:39:15: über dreihundert Ausgaben haben sich schon gemacht.

00:39:17: in dieser Woche glaube ich die dreihundert und achte ist das ein bisschen mit aus dem Geist entstanden,

00:39:24: auch

00:39:26: aus ihrer Perspektive etwas über Bach davor, nämlich natürlich über die Musik, die eine große Anhängerschaft hat.

00:39:35: Darüber haben wir gesprochen und gerade international zu sprechen und ja auch viele Entstehungsgeschichten zu besprechen.

00:39:46: Ja also unbedingt!

00:39:47: Und ich muss sagen... Das eine zahlt auf das andere auch ein.

00:39:53: Tatsächlich, ich bin ja insofern, glaube ich, relativ untypischer Festivalintendant.

00:40:00: oft ist, sagen wir mal, das Ausbildungsprofil eines, eines intendanten betriebswirtschaftlicher oder juristischer Hintergrund.

00:40:09: Ich habe auch im Nebenfachbetriebswirtschaft studiert Ja aber eigentlich bin ich Musikwissenschaftler und bin da promoviert und habilitiert.

00:40:17: Ja, aber ich bin also nicht sozusagen dieser typische Intendant der am Ende natürlich wunderbar sein Haus repräsentiert.

00:40:25: Aber vielleicht nicht unbedingt jetzt die Qualitäten hat um so zu sagen auch der Dramaturg im Hintergrund zu sein, der die Programme zusammenstellt, sondern ich bin im Grunde so beides versuche in einer Person zu sein.

00:40:38: Also zum einen der künstlerische Leiter, der wirklich das Programm macht, aber zum anderen eben auch auf der Basis eines soliden Wissens was da ist, eine eignen großen Begeisterung, die ich nie verstecke.

00:40:50: Das ist mir ganz wichtig!

00:40:52: Meine Begeesterung auf der Zunge trage im Grunde genommen auch das Sprachrohr für das Festival zu sein.

00:40:58: und ich glaube da bin ich relativ untypisch.

00:41:02: aber das kommt sehr gut an weil ich auch merke dass viele das ja schätzen dass da so einer vorne dran steht der eben selber seine eigene Begeusterungen für die Sache nicht versteckt.

00:41:15: und Begeisterung, das merke ich immer wieder steckt an.

00:41:18: Und es steckt nicht nur Leute an die vielleicht auf diese Weise auch überhaupt erstmal neugierig werden auf das Festival sondern auch sagen wir mal viele klassische Konzertgänger sind vielleicht auch nicht diejenigen die sich irgendwie dann trauen würden ins Mikrofon zu sagen Mensch so eine Matthäus-Personen ist ja unfassbar geile Musik.

00:41:41: aber wenn man's dann so tut Das spüre ich auch, die spüren dann so eine Art Erleichterung und fühlen sich dann auch freier praktisch ihren Empfindungen irgendwie freien Lauf zu lassen.

00:41:56: Und ich habe jetzt unsere Podcastreihe, die wir seit fünf Jahren machen und zwar wirklich sehr erfolgreich.

00:42:02: also wenn man das über den letzten fünf Jahre betrachtet gehören wir eigentlich zu dem drei erfolgreichsten Podcast die sich mit klassischer Musik beschäftigen hier in Deutschland.

00:42:14: Und wir haben so ein bisschen für uns das Attribut kreiert, das haben wir glaube ich bei Rainer Kalm und uns geborgt.

00:42:23: Der spricht ja gerne mal von Fußball bekloppt.

00:42:26: also Leute, die sozusagen alles für den Fußball geben und jeden Sonntag ins Stadion gehen usw.

00:42:33: Wir nennen uns sozusagen Bach beklopt.

00:42:36: Also wir sind sozusagen positiv verrückt in Sachen Johann Sebastian Bach.

00:42:40: Und da habe ich gemerkt, das hat eine total ansteckende Wirkung.

00:42:43: also es vergeht kaum ein Festival wo ich eben nicht von von fünfzig Besuchern angesprochen werde und zwar Altersgruppe Fünfzig bis Neunzig.

00:42:54: wissen Sie was Herr Maulich?

00:42:55: Ich wollte mich Ihnen mal vorstellen und Danke sagen!

00:42:57: Ich bin nämlich auch so ein Wachbeklopter ja und ich glaube dass gerade solche Festivals ihren Reiz auch dadurch haben dass man ja weiß, wenn man hingeht ist man unter Gleichgesinnten.

00:43:11: Und jemand der jetzt so sein Bach total liebt hat vielleicht das Problem, dass er diese Leidenschaft zu Hause eher mit sich alleine nur teilen kann.

00:43:21: und ich glaube das zu propagieren und deutlich zu machen.

00:43:26: hier ist so eine Art öffentliche Plattform Selbsthilfegruppe in Johann Sebastian Bach.

00:43:32: Hier kann man sich praktisch mit Gleichgesinten Treffen, austauschen gemeinsam diese schönen Erlebnisse teilen.

00:43:39: Das ist glaube ich ein ganz großer und starker Wert in das Festivals.

00:43:45: Plattform-Selbsthilfegruppe – das wäre ein eigenes Thema!

00:43:48: Das finde ich ein sehr spannendes Wort.

00:43:50: jedenfalls der Podcast den Sie machen.

00:43:52: Der ist unterhaltsam und bedient ja eine große Spannenbreite von Musikliebhabern Experten.

00:44:00: Sehr unterhaltersam also für alle für alle, die sich für Bach interessieren sicherlich eine gute Gelegenheit reinzuhören.

00:44:09: Ich habe noch eine Frage zum Schluss.

00:44:11: Wenn man ein bisschen auf die Terminagenda guckt... ...Zwanzigfünfundreißig, Bachs dreihundertfünfzigster Geburtstag, plant man sowas schon?

00:44:23: Dove Frage vielleicht aber natürlich jetzt schon voraus.

00:44:27: also konkreter gefragt was

00:44:30: geht

00:44:31: Ihnen da schon durch den Kopf?

00:44:33: gibt es schon Vorplanungen, denn das sind ja noch so rund zehn Jahre.

00:44:37: Ja und Sie treffen den Nagel auf dem Kopf?

00:44:40: Man kann da nicht zeitig genug anfangen!

00:44:43: Es ist ganz generell so dass wir beim Bachfest habe ich immer ein Planungsvorlauf von drei bis vier Jahren.

00:44:49: also im Augenblick schließen wir eigentlich das Programm für für das Motto überlegt, und da geht es jetzt zu sagen in die konkrete Planung.

00:45:04: Das muss man auch tun, sonst kriegt man die Künstler nicht!

00:45:06: Und den Sachen im Jahr haben wir im Jahr von dem halben drei Vierteljahr gewohnt.

00:45:14: Es gibt so zwei oder drei Dinge, die ich gerne anstoßen würde, wo ich weiß hier muss man viele politische Entscheidungsträger überzeugen, braucht viel Förderer wenn sie ins Werk setzen... Möchte.

00:45:28: und den Zeiten, wo im Augenblick ja überall die Haushalte zu knapp sind wird man sie nicht durchsetzen können.

00:45:34: Aber wenn solche großen Jubiläen anstehen das zeigt auch die Vergangenheit.

00:45:39: für das Bachjahr zweitausend wurde im Grunde des jährliche Bachfest ins Leben gerufen.

00:45:45: Ninzehnfüngemachtzig entstand in Leipzig das Bachmuseum.

00:45:48: Ninzenfünfzig wurde das Bacher schief gegründet.

00:45:51: Das war der Zweihundertzehntes Jahr.

00:45:57: Also, da war immer viel möglich.

00:45:59: Und tatsächlich bin ich im Augenblick auch mit ein paar Kollegen in dem Bacher-Schiff dabei, dass wir erstmal für uns selber so eine Art Agenda als zwei Tausend Fünfund Dreißig entwickeln, wo wir sagen, da wollen wir eigentlich hin auf den verschiedenen Feldern – im Festival aber eben auch als Forschungsinstitutionen und so weiter.

00:46:19: Ich kann hier mal zumindest ganz kurz skizzieren was mich beim Festival sehr beschäftigt.

00:46:32: Das große Alleinstellungsmerkmal, was wir an Sachen Bach in Leipzig haben ist die Tatsache dass Thomas und Nikolai Kirche noch stehen.

00:46:39: Also die Hauptwirkungssorte von Bach wo all die Stücke die man mit dem Leipziger Bach in Verbindung bringt war aufgeführt wurden.

00:46:46: Und jetzt ist es aber so.

00:46:48: diese Kirchen sind ja nie als Konzertsäle errichtet worden Als Kirschen können sie das auch gar nicht sein.

00:46:59: Und deswegen müssen sich unsere Besucher natürlich auch damit abfinden, gerade in der Thomas-Kirche.

00:47:04: Wer unten sitzt, schaut Blickrichtung nach vorn in Richtung Altar und die Musik spielt über einem Hinteralm oben auf der Empore.

00:47:14: In der Nikolajkirche ist es so, dass gerade wenn man auf den Emporen sitzt in den hinteren Reihen sieht man die Musiker überhaupt nicht, die unten musizieren.

00:47:25: Die Gäste finden sich damit ab, weil wir eben den Zauber des originalen Orts haben.

00:47:32: Aber auf die Dauer können wir uns damit nicht zufrieden gehen.

00:47:35: Also mir ist es ganz wichtig ein System jetzt zu entwickeln wie wir das erleben in den beiden Kirchen verbessern.

00:47:43: ich bin viel in der Welt unterwegs auch einen großen anderen kirchen kathedralen wo schon wo mir aufgefallen ist in letzten zehn fünfzehn Jahren dass es Lösungen gibt über Bildübertragung auf irgendwelche Screens.

00:48:00: Und da ist viel in Bewegung, das muss gar kein stacher Bildschirm mehr sein.

00:48:03: Inzwischen gibt es unsichtbare Leinwände und so etwas.

00:48:06: Da würde ich gerne jetzt im nächsten Jahr experimentieren auch mal so führende Dienstleister auf diesem Sektor einladen und mal Konzepte vorzustellen um tatsächlich dieses Erleben Kürchen nochmal zu verbessern.

00:48:24: Und wenn ich jetzt einen ganz großen Wunsch hätte, aber das ist wirklich vom Timing her, naja muss sich da sehr aufpassen wann ich das vorbringe.

00:48:33: Leipzig hat neben den beiden Bachkirchen natürlich auch ein wunderbaren Konzertsaal Das Gewandhaus.

00:48:40: der große Saal ist absolut Champions League.

00:48:43: Da muss man sich nicht verstecken.

00:48:45: Der ist großartig wie der Platz für tausend achthundert Leute.

00:48:49: Wenn es allerdings darum geht Ein Saal zu haben für Konzerte, die jetzt vielleicht nur mit drei bis zwanzig Musikern stattfinden und wo man den Publikum zwischen sagen wir mal siebenhundert und tausend einhundert Leuten erwarten kann.

00:49:07: Da müssen wir an Leipzig immer ganz schön improvisieren weil es da keine wirklich passenden Seele gibt.

00:49:14: Es gibt zwar größermäßige Seele aus Leipziger.

00:49:17: oder nehmen wir die Kongresshelle Akustik ist das aber nicht international vorbezeugbar.

00:49:23: Das muss man einfach planart so sagen und deswegen glaube ich werde in den nächsten Jahren beginnen, eine gewisse Attacke dazu fahren um vielleicht zu sagen Leute werden nicht das Jahr Saal hier irgendwo in der Stadt zu installieren.

00:49:47: Also ein Saal mit einer exzellenten Akustik für Stücke wie die Brandenburg schon Konzerte oder so, also der ungefähr zwanzig Leuten Platz bietet aber eben auch wirklich eine Akustika hat und vielleicht auch einen Architektur über jeden Zweifel haben ist.

00:50:03: Und da braucht es natürlich viele Partner Da braucht's wahrscheinlich einen privaten Investor Die Stadt braucht ein Grundstück und das braucht den echten Willen.

00:50:13: Und natürlich muss man da sensibel sein, weil natürlich als erster Antwort kriegt man ja sicherlich Mensch wir haben doch schon all diese und jene Seele.

00:50:23: Auf der anderen Seite erzählen mir auch viele aus dem Veranstaltungswesen, sagen wir mal Bereich Komedienauftritte oder so das tatsächlich auch da man sagt mensch.

00:50:36: schade dass wir eben für diese Größe also irgendwas zwischen den ganz perfekten Saal in Leipzig haben.

00:50:45: Und das wäre mein größter Traum für den dreihundertfünfzigsten Geburtstag und vielleicht auch das schönste Geschenk, was man Bach machen könnte dann den Saal der auch direkt nach ihm benannt ist.

00:50:59: Ja schöne Zukunftsperspektiven spannende Projekte die da noch kommen Könnten kommen sollten auch.

00:51:08: Herzlichen Dank, lieber Herr Professor Maul für das Gespräch.

00:51:12: Danke dass Sie hier bei Wirtschaft im Osten mitgemacht haben und dass wir über Bach weniger über den Musiker wobei die Musik wenn man über Bach spricht die klingt immer mit im eigenen Kopf im eigenen Ohr.

00:51:24: danke dass wir mal über die Marke und über das Potenzial von Bach auch für die nächsten Jahrzehnte sprechen konnte.

00:51:33: Danke, dass Sie dabei waren!

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